Bayerns neuer Trainer Tuchel: Bleibt der Schockverliebte titellos?

Erst das Aus im DFB-Pokal, nun droht der FC Bayern nach dem 0:3 bei Manchester City auch in der Champions League zu scheitern. Doch Neu-Trainer Thomas Tuchel schwärmt in den höchsten Tönen vom Team.
Patrick Strasser |
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"Ich weigere mich, da irgendwie die Leistung schlechtzureden. Ich habe eine sehr, sehr gute Leistung gesehen", sagt der neue Bayern-Trainer nach dem 0:3 seiner Mannschaft im CL-Viertelfinale bei Manchester City.
"Ich weigere mich, da irgendwie die Leistung schlechtzureden. Ich habe eine sehr, sehr gute Leistung gesehen", sagt der neue Bayern-Trainer nach dem 0:3 seiner Mannschaft im CL-Viertelfinale bei Manchester City. © Jon Super/dpa

München - Auch am Mittwoch regnete es im trüben Manchester – passend zur Laune der Fluggäste während der Rückreise nach München.

Dieses 0:3 bei Manchester City, die erste Niederlage nach beeindruckenden acht Siegen am Stück in der Champions League in dieser Saison, habe den Bayern "einen Schlag in die Magengrube verpasst", gab Kapitän Thomas Müller zu. Das Ergebnis trotz des ordentlichen bis teilweise guten Spiels zu Beginn der zweiten Halbzeit wertete der Routinier als "absolut katastrophal".

Gibt es für den FC Bayern nur noch den Pflicht-Titel?

Nach dem Abschied aus dem DFB-Pokal vor gut einer Woche gegen den SC Freiburg (1:2) scheint nun das Viertelfinal-Aus nicht mehr abzuwenden.

Aus dem möglichen Triple wurde binnen acht Tagen die Aussicht, höchstens noch den Pflicht-Titel Meisterschaft einzufahren, was angesichts von nur zwei Punkten Vorsprung auf Borussia Dortmund im Vergleich zu den meisten easy-going-Zieleinläufen der vergangenen zehn Titel am Stück keine Selbstverständlichkeit wird.

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Salihamidzic: "So wie wir spielt hier selten eine Mannschaft"

Der englische Meister hat den Bayern jedoch ganz klar die Grenzen aufgezeigt. Rodris Schlenzer, der Kopfball von Bernardo Silva nach dickem Patzer von Dayot Upamecano mitten in der besten Phase der Bayern, schließlich das 0:3 von City-Torjäger Erling Haaland – fertig war die tatsächlich um ein Tor zu hoch ausgefallene Klatsche im Norden Englands. "So wie wir spielt hier selten eine Mannschaft", sagte Bayerns Sportvorstand Hasan Salihamidzic und merkte trotzig an, "dass wir guten Fußball spielen".

Doch im Ergebnissport steht unter dem Strich der knapp drei Wochen währenden Amtszeit des neuen Trainers Thomas Tuchel: Vier Spiele, zwei Niederlagen, geschätzte 1,9 Titel futsch. Das 4:2 gegen Dortmund zu Beginn stellt sich nun als trügerischer Erfolg heraus.

Tuchel ist trotz Niederlage "schockverliebt"

Er habe schon "das volle Programm bekommen", meinte Tuchel mit gequältem Schmunzeln am Abend der Pleite von Manchester. "Aber heute bin ich schockverliebt in meine Mannschaft. Es habe Spaß gemacht, sie zu coachen. Ich sehe das Ergebnis überhaupt nicht. Aber wir müssen es akzeptieren", sagte der 49-Jährige kämpferisch. Mit all seiner Erfahrung der Stationen beim BVB, in Paris und bei Chelsea zeigte sich der Coach als Profi, wählte bewusst diese Rhetorik der (letzten) Hoffnung. Was auch sonst.

Tuchel ging erstmals richtiggehend aus sich heraus, sagte energisch: "Ich weigere mich, da irgendwie die Leistung schlechtzureden. Ich habe eine sehr, sehr gute Leistung gesehen bis zur 70. Minute. Ich bin hochzufrieden." Was bei den meisten Beobachtern Stirnrunzeln hinterließ. Er habe "so viele gute Dinge gesehen, dass ich mich weigere, nur das Ergebnis in den Mittelpunkt zu stellen".

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Richtig ist, dass vor allem die Distanzschüsse von Leroy Sané in der – allerdings einzigen – Sturm- und Drangphase die Bayern dem Ausgleich recht nahegebracht hatten. Andererseits hätte die Niederlage gegen die am Ende verunsicherten Münchner noch höher ausfallen können.

Tuchel blieb bei seiner einseitigen Darstellung. "Wir sind bestraft worden in Phasen, in denen wir komplett die bessere Mannschaft waren. Wir haben in der zweiten Halbzeit nochmal besser gespielt als in der ersten. Es war eine Frage der Zeit, wann wir das Tor machen und das Momentum komplett auf unsere Seite kippt, doch dann geben wir das zweite Tor her."

Wann kippt das Momentum auf Tuchels Seite?

Doch wann kippt das Momentum auf Tuchels Seite, ganz generell? "Schockverliebt" – schön und gut, aber bleibt er in seinen ersten Monaten bei Bayern gänzlich titellos? Salihamidzic plädierte für "ein bisschen Zeit, auch die Mannschaft mit dem neuen Trainer". Die Trennung von Julian Nagelsmann liegt wie ein Schleier über dieser Saison.

"Ich glaube trotzdem, dass wir vom neuen Trainer noch sehr profitieren werden", sagte Joshua Kimmich. Tuchel mache das "super", sagte Müller trotz seiner Nichtberücksichtigung für die Startelf: "Wir fühlen uns alle wohl." Was sich alsbald in Ergebnissen niederschlagen sollte...

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4 Kommentare
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  • Loddar der Leo am 14.04.2023 08:16 Uhr / Bewertung:

    Doch, es wird trainiert, das "immer wieder am am Tor vorbeischießen". Und zwar offensichtlich sehr erfolgreich, wie man gelegentlich/viel zu oft sieht...

  • Loddar der Leo am 14.04.2023 08:13 Uhr / Bewertung:

    Die Klatsche ist nicht "...um ein Tor zu hoch ausgefallen." Sie ist um 2 oder 3 Tore zu gering gefallen. Jeder Kenner hat gesehen, es hätte eigentlich 6:2 ausgehen sollen.

  • Bayernfan69 am 13.04.2023 23:58 Uhr / Bewertung:

    Wie kann es sein, dass alle Bundesligaspieler immer wieder am Tor vorbeischießen?
    Wird das nicht trainiert?
    Die englischen oder belgischen Mannschaften knallen die Bälle einfach aufs Tor und
    ins Tor und fertig. Wieso können die Bayern das nicht? Vielleicht müssen Alle mehr
    Torschüsse üben, üben üben. Einfach mal gerade aufs knallen und Kunstschüsse weglassen.

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