So wild feiern die Fans den Aufstieg in die 2. Liga
Würzburg - Kaum die Straßenbahn kam durch. Mehrere Hundert Menschen standen auf Würzburgs zentraler Kneipenstraße, jubelten, sangen und klatschten gegen die Scheiben der Bahn, die sich mühsam ihren Weg durch die Menge bahnte. In den Gesichtern der feiernden Fans war helle Freude zu lesen, gepaart mit dem Unglauben, dass die Würzburger Kickers, die vor etwas über einem Jahr noch in der Regionalliga kickten, ab der nächsten Saison gegen die Teams der 2. Fußball-Bundesliga spielen werden.
Vor dem Spiel war die Zuversicht noch gedämpft: Obwohl die Unterfranken nach dem 2:0-Hinspielsieg sogar als Favoriten in die Partie gingen, war ein dürftiges "Pack' mer scho" alles, was ein Fan beim zentralen Public Viewing nahe des Hauptbahnhofs an Prognose hervorbrachte. 1200 Menschen hatten sich dort nach Angaben der Veranstalter zusammengefunden. Ihre Zuversicht wurde zunächst auf die Probe gestellt: Als der Würzburger Clemens Schoppenhauer in der 33. Minute den Ball ins eigene Netz köpfte, schlugen viele Fans die Hände vor dem Gesicht zusammen. Doch nur vier Minuten später tobte der Saal, als Elia Soriano zum 1:1-Ausgleich verwandelte.
Während in der zweiten Halbzeit auf der Leinwand die Duisburger Fans begannen, sich Tränen aus den Augen zu wischen, breitete sich auf den Gesichtern der Würzburger allmählich ein Lächeln aus. Als Rico Benatelli dann in der 92. Spielminute den Ball aus der Distanz zum 1:2-Endstand im Duisburger Netz versenkte, platzte der Knoten. Die Würzburger Fans sprangen in die Luft, jubelten und umarmten sich. Vom Hauptbahnhof aus brachen zahlreiche Fahrzeuge laut hupend zu Autocorsos durch die Innenstadt auf. Fans, die zu Fuß unterwegs waren, winkten begeistert und stimmten Sprechchöre an.
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Der Aufstieg bedeutet in der nächsten Saison drei Franken-Derbys: Greuther Fürth und der 1. FC Nürnberg spielen ebenfalls in der 2. Liga. Für ihren Erfolg bekamen die Kickers indes Lob von allen Seiten. Aus den USA twitterte Basketball-Superstar und gebürtiger Würzburger Dirk Nowitzki "Nie mehr 3. Liga... Wahnsinn". Und auch Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) würdigte den Aufstieg als "Ergebnis einer großartigen Mannschaftsleistung, die von Durchhaltevermögen und Teamgeist zeugt".
In einem langen Zug zogen die Fans nach dem Public Viewing in Richtung Innenstadt. Einer von ihnen jubelte: "Und jetzt gehen wir feiern, mit der ganzen Mannschaft!" In den Würzburger Kneipen dürfte es also eine lange Nacht werden. Die tatsächliche Mannschaft kommt dann am Mittwoch dazu. Wie die Kickers noch am Dienstagabend mitteilten, ist für 17.30 ein Empfang der Mannschaft in der Innenstadt geplant.