Kommentar

Keine Strafe für Noussair Mazraoui: Der FC Bayern setzt auf den "Mia san Mia"-Weg

Der Sportchef der AZ über den FC Bayern, den Fall Noussair Mazraoui und was die Entscheidung für den Verein sowie den Zusammenhalt in der Kabine bedeutet.
Krischan Kaufmann
|
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
7  Kommentare
lädt ... nicht eingeloggt
Teilen  AZ bei Google News
Noussair Mazraoui bleibt im Kader des FC Bayern.
Noussair Mazraoui bleibt im Kader des FC Bayern. © GES/Marvin Ibo Güngör

München - Noussair Mazraoui und der FC Bayern – das ist bislang nicht nur sportlich keine sonderlich glückliche Verbindung. Für den Rekordmeister wäre es nach dem tagelangen Wirbel um den marokkanischen Nationalspieler, der irritierende Pro-Palästina-Posts in seinen Social-Media-Kanälen geteilt hatte, geradezu ein Leichtes gewesen, sich von dem umstrittenen Profi zu trennen – großer Applaus der breiten deutschen Öffentlichkeit wären ihm dabei zudem sicher gewesen.

Insofern ist es eher überraschend, dass die Verantwortlichen des FC Bayern den anderen, den abwägenden – den am Ende aber womöglich sogar verbindenden – Weg gewählt haben.

Noussair Mazraoui versicherte dem FC Bayern glaubwürdig, kein Antisemit zu sein

Leicht gemacht haben sich die Bosse um CEO Jan-Christian Dreesen diese Entscheidung sicher nicht. Gerade ein Klub wie der FC Bayern mit seiner durch den früheren Präsidenten Kurt Landauer geprägten jüdischen Geschichte kann – und darf – weder in seinem Umfeld noch unter seinen Angestellten den Hauch von Juden- oder Israel-Hass tolerieren, sonst sind all die Werte-Proklamationen und Gesinnungsparagraphen in der Vereinssatzung nicht mal das Papier wert, auf dem sie geschrieben sind.

Umso mehr muss es sehr gute Gründe geben, warum sich der FC Bayern trotz des Risikos eines enormen Imageschadens für den Verbleib des gebürtigen Niederländers mit marokkanischen Wurzeln ausgesprochen hat. Mazraoui hat in dem vorab angekündigten Gespräch an der Säbener Straße am vergangenen Mittwoch offensichtlich glaubwürdig und nachhaltig den Antisemitismus-Vorwurf ausräumen können.

Lesen Sie auch

Lesen Sie auch

Lesen Sie auch

Vermutlich spielte auch Daniel Peretz bei der Mazraoui-Entscheidung des FC Bayern eine Rolle

Übrigens: Dass im Zuge der Entscheidungsfindung auch mit Mazraouis Mitspieler Daniel Peretz, dessen Familie und Freunde in Israel unter dem grauenvollen Terror der Hamas leiden, gesprochen wurde, erscheint mindestens ebenso logisch. Wie sonst wäre ein künftiges Zusammenspiel der beiden Profis auch nur ansatzweise denkbar?

Genau diese Spaltung der Kabine wäre für den FC Bayern – noch vor dem enormen Imageschaden – ein Worst-Case-Szenario. Denn das berühmte "Mia san Mia" der Münchner steht eben nicht nur für den maximalen Erfolg – sondern vor allem für das große Miteinander.

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
 
7 Kommentare
Bitte beachten Sie, dass die Kommentarfunktion unserer Artikel nur 72 Stunden nach Veröffentlichung zur Verfügung steht.
  • sircharles am 22.10.2023 22:54 Uhr / Bewertung:

    Völlig falsches Signal. Hätte der FCB hinten mehr gute Spieler, wäre das Ergebnis ein anderes gewesen. Aber so brauchen sie ihn halt. Mainz hat es richtig gemacht.

  • Dirk Wagner am 21.10.2023 10:28 Uhr / Bewertung:

    Ich finde es wurde korrekt gehandelt. Die Lage in Israel ist undurchschaubar. Da sollte man vielleicht nicht immer alles Glauben was aus der Glotze kommt. Wir sind da zu weit weg.

  • bayernbazi69 am 21.10.2023 09:10 Uhr / Bewertung:

    Vielen Dank FCB , man respektiert die frei Meinungsäußerung,

    Kurt Landauer hätte dies begrüßt.

    Wie lange hat es denn beim FCB gebraucht um das Lebenswerk des Herrn Landauer zu würdigen.

    Geschichte muß man lernen und nicht ständig zu glauben was einem Tag täglich über die sogenannte "neutrale" Presse aufgetischt wird.

    Aufwachen ist angesagt.

    Saludos.

merken
Nicht mehr merken
X

Sie haben den Inhalt der Merkliste hinzugefügt.