Wie digital sind Bürgerämter? München im Städtevergleich auf Platz zwei

Mal ist die deutsche Rechtslage ein Hemmschuh, mal fehlt es den Ämtern an der Infrastruktur. Münchens Bürgerbüros landen in einem Ranking in Sachen Digitalisierung von Dienstleistungen auf Rang zwei.
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Das Münchner Kreisverwaltungsreferat in der Ruppertstraße - mit Standesamt, Versicherungsamt, Gewerbeaufsicht und Bürgerbüro. (Archivbild)
Das Münchner Kreisverwaltungsreferat in der Ruppertstraße - mit Standesamt, Versicherungsamt, Gewerbeaufsicht und Bürgerbüro. (Archivbild) © imago images/Ralph Peters

München - Deutschland hinkt in Sachen Digitalisierung noch hinterher, auch in vielen Ämtern ist online längst nicht alles möglich. Das gilt auch für München.

München hinter Stuttgart auf Platz zwei

Mit Blick auf einen Termin im Bürgeramt müssen Einwohner größerer Städte in Deutschland mitunter viel Geduld haben, in der Bundeshauptstadt Berlin herrscht gar akuter Personalmangel in den Bürgerämtern.

München schneidet  mit seinem Online-Angebot der Bürgerämter jedoch gut ab. "Überraschend gut", ist man geneigt zu sagen, schließlich kennt man die langen Wartezeiten und -schlangen vor dem Kreisverwaltungsreferat (KVR) oder vor einem der in der Stadt verteilten Bürgerbüros aus eigener, leidlicher Erfahrung.

Digital-Ranking der Bürgerämter: München teilt sich Platz mit Wuppertal und Dortmund 

Aber: Die bayerische Landeshauptstadt teilt sich in der Rangliste mit Wuppertal und Dortmund den zweiten Platz - hinter Stuttgart. In keinem anderen Bürgeramt Deutschlands können demnach mehr Dienstleistungen online in Anspruch genommen werden als in der Schwaben-Metropole. Acht der elf untersuchten Dienstleistungen können dort über das Internet erledigt werden.

Die Bürgerämter in den 20 größten Städten Deutschlands wurden auf elf Dienstleistungen hin untersucht und so ermittelt, welche Stadt die meisten Dienstleistungen online anbietet.
Die Bürgerämter in den 20 größten Städten Deutschlands wurden auf elf Dienstleistungen hin untersucht und so ermittelt, welche Stadt die meisten Dienstleistungen online anbietet. © yes.yousign.com/de

"Yousign" ermittelt, in welchem Bürgeramt in den 20 größten Städten Deutschlands die gängigsten Dienstleistungen bereits online möglich sind. Dafür hat das Scale-up zwei Punkte für direkte Online-Angebote vergeben und einen Punkt dafür, wenn Anträge per E-Mail eingereicht werden konnten.

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Die Ergebnisse zeigen, Stuttgart (16 Punkte) marschiert vorneweg, gefolgt von München, Wuppertal und Dortmund (je 13). Dresden (sechs Punkte) und Frankfurt (fünf Punkte) haben in Bezug auf die Digitalisierung von Dienstleistungen den größten Nachholbedarf.

Das Stuttgarter Bürgeramt ist das einzige des Rankings, in dem künftige Bürger ihren Wohnsitz online anmelden können. Bei einem Umzug innerhalb Münchens können sich Bürger zwar auch online ummelden, aber nicht wie in Stuttgart bei einem Zuzug von außerhalb.

Ausweisdokument muss immer persönlich beantragt werden

Einige Dienstleistungen lassen sich deutschlandweit hingegen nur analog durchführen: Dazu zählen zum Beispiel die Beantragung eines Personal-, Reise- oder Kinderreisepasses sowie die Beglaubigung von Kopien.

Ein Ausweisdokument muss immer persönlich bei der zuständigen Personalausweisbehörde beantragt werden, wo unter anderem Fingerabdrücke von dem Antragstellenden genommen werden.

"Dass nicht alle Dienstleistungen online angeboten werden können, weil bestimmte Prozesse aufgrund rechtlicher Vorgaben nur vor Ort ablaufen dürfen, ist natürlich nicht der Infrastruktur der Bürgerämter verschuldet. Trotzdem beweisen einige Bürgerämter wie Stuttgart oder München, dass bereits eine Vielzahl an Anträgen online eingereicht werden können", kommentiert Dominik Drechsler, Deutschland-Chef von "Yousign", die Ergebnisse.

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4 Kommentare
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  • Kadoffesalod am 19.02.2022 12:15 Uhr / Bewertung:

    Apropos Stuttgart vs. München

    Wenn ich eine Wohnungmiete in Stuttgart nach Mietspiegel erhöhen wollte, war das bis vor kurzem noch äußerst umständlich und jetzt immer noch ziemlich umständlich. Den Mietspiegel der Stadt Stuttgart gibt es in vollständiger Version nur in gedruckter Form und gegen Geld zu kaufen. Hat man ihn gekauft, muss man sich in das komplizierte Werk einarbeiten und um verschiedene Einstufungen machen zu können, externe Quellen bemühen und bei der Stadt nachfragen. Dann kann man die jeweiligen Mietpreise (von Hand) berechnen und hoffen, dass man alles richtig gemacht hat.

    Mieterhöhungen in Stuttgart sind umständlich, aufwändig, kosten Zeit und Geld.

    Ganz anders in der rot-grün bzw. grün-rot-rosa-lila regierten Stadt München. Die stellt kostenlos ein Internetportal zur Verfügung, indem alle Daten abgefragt werden, jeder Punkt erklärt und alles überprüft wird, bevor die Miete ausgegeben wird.
    Einfacher kann man keine Mieterhöhung vorbereiten.

  • doket am 21.02.2022 10:47 Uhr / Bewertung:
    Antwort auf Kommentar von Kadoffesalod

    Wenn Sie innerhalb des Mietenspiegels vermieten, sind Sie doch gar kein schlechter Vermieter und gegen eine Mieterhöhung ist doch dann auch nichts einzuwenden.

  • Dr. Right am 18.02.2022 19:52 Uhr / Bewertung:

    Platz 2 beim Schneckenrennen. Wie nett.

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