Antisemitismus-Vorwurf: Eine-Welt-Haus reagiert

Das Eine-Welt-Haus will der "Salaam Shalom"-Initiative keine Räume mehr für Veranstaltungen zur Verfügung stellen.
Felix Müller |
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Das Eine-Welt-Haus an der Schwanthalerstraße.
Eine-Welt-Haus Das Eine-Welt-Haus an der Schwanthalerstraße.

Das Eine-Welt-Haus will der "Salaam Shalom"-Initiative keine Räume mehr für Veranstaltungen zur Verfügung stellen.

Die umstrittene Gruppe hatte sich der Kampagne "BDS" angeschlossen, die zum Boykott israelischer Waren aufruft.

BDS-Vertreter hatten mehrmals für Wirbel in der Stadt gesorgt, etwa 2015 mit einer umstrittenen Veranstaltung im Gasteig. Das Eine-Welt-Haus geriet immer wieder unter Druck, weil es linken Gruppen Raum gegeben hatte, denen Antisemitismus vorgeworfen wird.

Erst vor wenigen Wochen war wieder eine solche Veranstaltung bekannt geworden (AZ berichtete). "Ich sehe den kontinuierlichen BDS-Flirt des Eine-Welt-Hauses mit wachsender Ungeduld", hatte Bürgermeister Josef Schmid (CSU) gesagt. "Es gehört zur Münchner Stadträson, dass Boykottaufrufe gegen Israel nicht toleriert werden."

Schmid hatte mit Konsequenzen gedroht: Möglicherweise müsse man auch über ein Ende der städtische Förderung dieser Einrichtung nachdenken.

Nun reagiert das Haus – und schließt die Initiative aus. Nach AZ-Informationen hat sich der Vorstand des Eine-Welt-Hauses darauf geeinigt, der Gruppe keine Räume mehr zur Verfügung stellen zu wollen.

2016 hatte das Kulturreferat eine Veranstaltung von "Salaam Shalom" verboten, weil "zu befürchten" sei, dass "die Grenze zwischen Israelkritik und Antisemitismus überschritten werden könnte."

Grünen-Stadtrat Dominik Krause begrüßte die neue Entscheidung. "Wir stehen hinter dem Haus", betonte er – und warf der CSU gleichzeitig eine "Doppelmoral" vor. "Die CSU hat mit den Stimmen der SPD kürzlich ein anderes linkes Projekt in München geschlossen, verbunden mit der deutlichen Ansage, dass in München kein Platz für linke Projekte sei", sagte er. Das sei für die CSU die Motivation, das Eine-Welt-Haus zu kritisieren – und nicht eine Antisemitismus-Debatte.

Lesen Sie auch: Scientology und das Haus der Kunst - Spaenle soll aussagen

 

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