Sicherheit auf der Wiesn: Bodycams, Zaun und Kontrollen
München - Gäbe es da nicht auch noch Corona. Das Virus feiert ab Samstag auf dem größten Volksfest der Welt an 17 Tagen von morgens bis abends kräftig mit. "Die Gefahr ist hoch", warnt Münchens neue KVR-Chefin Hanna Sammüller-Gradl (Grüne). "Jeder muss selbst entscheiden, ob er das Risiko eingeht."
Trotz Pandemie rechnet man mit rund sechs Millionen Besuchern auf der Wiesn. Den allermeisten dürfte Corona herzlich wurscht sein. Für sie ist viel wichtiger, dass nach zwei Jahren Wiesn-Pause die Durststrecke endlich zu Ende geht.
Generell gelten keinerlei Corona-Auflagen oder Zugangsbeschränkungen zur Theresienwiese oder zu den einzelnen Bierzelten. Masken sind nicht vorgeschrieben. "Dazu fehlen schlicht die gesetzlichen Regelungen des Bundes und des Freistaats", sagt KVR-Chefin Hanna Sammüller-Gradl. Allerdings gilt im ÖPNV weiterhin die Maskenpflicht.
Auch bei der medizinischen Notfallversorgung ist man vorbereitet
Einzige Ausnahme auf der Wiesn ist das Gelände des Behördenhofs. Wer ihn betritt, beispielsweise weil er ins Fundbüro will, wird gebeten, eine FFP2-Maske aufzusetzen. Das gilt insbesondere auch für Besucher der Wiesnwache. Wer keine Maske dabei hat, bekommt eine am Eingang überreicht. Die Polizisten tragen in der Wache ebenfalls Maske, sie können sich zudem jeden Tag kostenlos auf Corona testen lassen, zudem steht ihnen ein Arzt zur Verfügung.
Auch bei der medizinischen Notfallversorgung ist man vorbereitet. Um coronabedingte Ausfälle ausgleichen zu können, hat die Aicher Ambulanz ihr Team auf 455 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen aufgestockt, etwa 50 mehr als im Jahr 2019.
Auch dieses Jahr gibt es um die Wiesn drei Sicherheitszonen
Hanna Sammüller-Gradl und Polizeivizepräsident Michael Dibowski appellieren an alle Besucher, angesichts der Infektionsgefahr mit dem Coronavirus Rücksicht zu nehmen und, so weit es möglich ist, zu anderen Abstand zu halten: "Wer Erkältungssymptome hat, sollte einen Test durchführen und wird gebeten, nicht auf das Volksfest zu gehen, um andere nicht zu gefährden." Verbieten kann allerdings einen Wiesnbummel mit Schnupfennase keiner. Jeder sollte in der Woche nach einem Wiesnbesuch auf eventuelle Anzeichen einer Erkrankung achten, so das KVR.
Im Übrigen gilt – wie schon vor der Pandemie – ein Sicherheitskonzept. Es gibt drei Sicherheitszonen. In die Zone rund um das Festgelände dürfen nur Anwohner mit dem Auto fahren.
Für E-Scooter ist am äußeren Sperrring Schluss. Sie müssen in speziell gekennzeichneten Sammelstellen geparkt werden. Von 17 Uhr bis 6 Uhr morgens ist das Ausleihen und Parken von E-Scootern in einem Radius von bis zu einem Kilometer um den äußeren Sperrring technisch nicht möglich.
Polizeivizepräsident Dibowski: "Wir werden konsequent durchgreifen"
Rund um die Theresienwiese steht ein Zaun. An den Eingängen kontrollieren Securitys. Rucksäcke und Taschen mit mehr als drei Liter Volumen sind untersagt. Sie können in der Gepäckaufbewahrung abgegeben werden. Zudem gibt es eine Flugverbotszone – auch für Drohnen.
54 Videokameras sind installiert – fünf mehr als 2019. Sie sollen vor allem den Blick in dunkle Ecken erleichtern. Für Frauen und Mädchen, die sich sexuell belästigt oder bedrängt fühlen, sind "Safe Spaces" eingerichtet. Polizeivizepräsident Dibowski: "Sexualdelikte, homophobe oder rassistische Beleidigungen haben auf der Wiesn nichts verloren. Wir werden konsequent durchgreifen."