Neuer Italiener in Schwabing: Wirt baut Gastro-Imperium in München weiter aus

Direkt an der Münchner Freiheit eröffnet Aytac Beycan seine nächste Pizzeria. Bald will er auch ins Werksviertel.
Annette Baronikians |
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Direkt neben dem Café Münchner Freiheit entsteht die vierte Neuhauser-Filiale. Aktuell ist sie noch eine Baustelle. Das gesamte Haus wird gerade generalsaniert.
Direkt neben dem Café Münchner Freiheit entsteht die vierte Neuhauser-Filiale. Aktuell ist sie noch eine Baustelle. Das gesamte Haus wird gerade generalsaniert. © Annette Baronikians

Schwabing - Der Raum ist eine komplette Baustelle. Noch kann man sich kaum vorstellen, dass hier ein hübsches Lokal entstehen soll. Doch der Standort ist fraglos schon mal erfolgversprechend: an der Münchner Freiheit, direkt neben dem bekannten gleichnamigen Café.

Dort wird das repräsentative Eckhaus derzeit generalsaniert. Im Erdgeschoss wird dann ein Lokal eröffnet, das mitten in Schwabing den Namen Neuhauser bekommt.

Pasta und Holzofenpizza: Neuhauser ist bei den Münchnern besonders beliebt

Das mag zunächst verwundern, doch der Grund ist schnell gefunden: Chef des neuen Lokals ist Aytac Beycan, der 2006 sein erstes Restaurant namens Neuhauser in Neuhausen eröffnet hat. Dieses befindet sich in der Schulstraße und ist mit seiner italienischen Küche, vor allem mit Pasta und Holzofenpizza, seit inzwischen 18 Jahren ein Publikumsmagnet.

Ein Foto mit Seltenheitswert, denn gerne lässt er sich nicht fotografieren: Aytac Beycan.
Ein Foto mit Seltenheitswert, denn gerne lässt er sich nicht fotografieren: Aytac Beycan. © privat

Warum also diesen Erfolg nicht verdoppeln? 2017 wurde das Vorhaben in die Tat umgesetzt und ein weiteres Neuhauser, quasi eine Filiale, eröffnet: am Kurfürstenplatz – dort, wo lange Jahre das legendäre Café Schwabing, dann die Brasserie Schwabing waren. Auch hier funktioniert das in Neuhausen lang erprobte italienische Konzept.

Was Beycan mit der Münchner Gastro-Größe Kolonko gemeinsam hat

"Wir wollen ein zweites Wohnzimmer sein", sagt Aytac Beycan (45), der in Feldmoching auch den frisch renovierten Feldmochinger Hof übernommen hat, ein Hotel mit Restaurant, Saal und Terrasse. Der in Deggendorf geborene Gastro-Unternehmer mit türkischen Wurzeln ist keiner, der großen Wirbel um sich macht. Inzwischen hat er durchaus ein kleines Gastro-Imperium geschaffen, doch das passierte eher still.

Hier war einst das legendäre Café Schwabing: Blick in den Neuhauser am Kurfürstenplatz.
Hier war einst das legendäre Café Schwabing: Blick in den Neuhauser am Kurfürstenplatz. © Neuhauser

Mit der Selbstinszenierung sogenannter Promi-Wirte, die kaum etwas unversucht lassen, um medial Aufmerksamkeit zu erhaschen, kann er nichts anfangen. Das verbindet ihn fast ein wenig mit dem unvergessenen Münchner Erfolgsgastronomen Martin Kolonko, einem großen Macher der stets sympathisch leisen Töne. Kolonko, der vor drei Jahren im Alter von nur 55 Jahren verstorben ist, war unter anderem Chef von P1, Brez'n, Knödelei auf der Wiesn oder Café Forum.

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An der Münchner Freiheit entsteht bald das vierte Neuhauser

Letzteres übernahm Aytac Beycan 2019, und so wurde aus dem beliebten Forum im Gärtnerplatzviertel das dritte Neuhauser. Wie bei seinen beiden Vorgängern setzt man auch hier kulinarisch auf das Bewährte. Anders als bei herkömmlicher Ketten-Gastronomie sieht ein Neuhauser-Lokal aber nicht genauso aus wie die anderen.

Das vierte wird nun an der Münchner Freiheit entstehen (wo zuvor das Mun Mun mit thailändischer Garküche war und nur wenige Meter weiter einen größeren Standort gefunden hat). Die Neuhauser-Eröffnung sollte eigentlich schon "Anfang 2023" sein, wie auch auf dem Banner vor dem künftigen Lokal zu lesen ist.

Doch umfassende Gebäude-Sanierungen lassen sich nun mal nicht exakt planen. "Der Innenausbau startet noch heuer", sagte Beycan jetzt der AZ: "Die Eröffnung findet im kommenden Frühjahr statt." Lang vorher beziehungsweise in wenigen Wochen gibt es allerdings schon eine weitere Neueröffnung zu vermelden.

Dieses Mal im angesagten Werksviertel – und es wird keine weitere Neuhauser-Filiale sein, sondern ein Restaurant mit mediterraner Küche samt Bar- und Club-Konzept namens Magari, wie Aytac Beycan erzählt. Keine Frage: Von diesem Gastronom, von dem es im Internet bislang nur mit Mühe ein Foto zu entdecken gibt, wird man künftig bestimmt noch mehr hören und zu sehen bekommen.

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14 Kommentare
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  • Therapeut am 09.06.2023 13:58 Uhr / Bewertung:

    Komisch, ich lese einen Bericht über ein Gastrokonzept, das aufzugehen scheint. Seit vielen Jahren sehr beliebt, gute Pasta und Pizzagerichte und ein angenehmes Ambiente. Ob der Inhaber, selbst der Koch, ein "echter" Italiener ist, finde ich zweitrangig, solange eben das Essen schmeckt.
    Ebenso bei vietnamesischen, thailändischen oder sonstigen Restaurants.
    Es wertet jeden Koch auf, wenn er auf seinem Werdegang sein Wissen in anderen Ländern erweitert hat. Deshalb tun genau das u.a. die meisten Spitzenköche.

  • Herr Gamsbichler am 09.06.2023 17:30 Uhr / Bewertung:
    Antwort auf Kommentar von Therapeut

    Richtig! Wenigstens beim guten Essen sind wir uns einig. Schönes Wochenende!

  • Therapeut am 10.06.2023 09:18 Uhr / Bewertung:
    Antwort auf Kommentar von Herr Gamsbichler

    Vielen Dank!
    Ich glaube, auch zum Thema Covid waren wir uns weitgehend einig.
    Bin grundsätzlich an fairen Diskussionen interessiert und ehrlich bemüht einen Konsens zu finden.
    Allergisch reagiere ich auf Ungerechtigkeiten, Polemik und unsachliche Argumentation..
    Ich wünsche Ihnen ebenfalls ein schönes Wochenende.

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