"Der verrückte Eismacher" in München: High-Protein-Eis ist im Kommen

Schon bevor die Eis-Saison richtig los geht, steht fest: Veganes Eis wird weiterhin im Trend sein. Doch auf welche neuen Sorten werden sich Eis-Fans in diesem Jahr freuen können? In München gibt's durchaus Überraschungen.
AZ/Irena Güttel, dpa |
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
8  Kommentare
lädt ... nicht eingeloggt
Teilen  AZ bei Google News
2018 eröffnete Matthias Münz sein viertes Eiscafé: "Der verrückte Eismacher & die Isarnixe" in der Fraunhoferstraße 42.
2018 eröffnete Matthias Münz sein viertes Eiscafé: "Der verrückte Eismacher & die Isarnixe" in der Fraunhoferstraße 42. © Der verrückte Eismacher

München - Wenn es ums Eis geht, experimentiert Matthias Münz gerne: Der Münchner ist in der Landeshauptstadt als "Der verrückte Eismacher" bekannt und sieht ganz besondere Kompositionen mit Alkohol im Kommen.

Stracciatella mit Buffalowürmern? "Der verrückte Eismacher" ist sehr kreativ

Da geht es um erfolgversprechende Mischungen wie Champagner-Himbeere, Gin-Tonic – und Bier. "Biereis habe ich seit elf Jahren im Angebot, es ist eine meiner meistverkauften Eissorten und auch sehr lecker", sagt er im Gespräch mit der AZ und ist auch von seinen Kreationen Tequila Sunrise oder Aperol Spritz voll überzeugt. 

Neu im Sortiment von Matthias Münz: High-Protein-Eis, hier die Kreation Stracciatella mit Buffalo-Würmern.
Neu im Sortiment von Matthias Münz: High-Protein-Eis, hier die Kreation Stracciatella mit Buffalo-Würmern. © Der verrückte Eismacher

Selbst vor Experimenten mit Sushi, Stierhoden oder Mehlwürmern schreckt Münz nicht zurück. Mal trifft er damit voll den Geschmack der Leute, mal weniger. Sein neuester Trend: Viel Protein mit viel Genuss vereinen, in High-Protein-Eis statt in den bekannten Riegeln. Münz zur AZ: "Vor vier Monaten erst ist das Rezept freigegeben worden, Stracciatella mit Buffalowürmern ist als Eis ganz ganz neu bei uns!"

Eissorten wie Pizza, Currywurst und Käsespätzle sind sehr beliebt, erzählt Münz. Sauerkraut sei hingegen eher etwas für Eis-Fans, "die hart im Nehmen sind". Was immer gut ankomme, sei Fruchteis mit Kräutern oder Gewürzen und veganes Eis.

"Der verrückte Eismacher": Matthias Münz schreckt selbst vor Experimenten mit Sushi, Stierhoden oder Mehlwürmern nicht zurück. (Archivbild)
"Der verrückte Eismacher": Matthias Münz schreckt selbst vor Experimenten mit Sushi, Stierhoden oder Mehlwürmern nicht zurück. (Archivbild) © Sven Hoppe/dpa

Eismacher Luca de Rocco: "Theoretisch ist alles möglich"

Fenchel-Kokos, Löwenzahn-Blüten, Parmesan-Birne, Tannenspitzen mit Waldhonig – diese eher ungewöhnlichen Sorten hat Luca de Rocco zum Beispiel schon kreiert. Theoretisch sei bei Eis alles möglich, meint der preisgekrönte Eismacher aus Schwabach am Rande Nürnbergs. "Aber es muss auch schmecken."

"Tiziano" ist die Eissorte des Jahres 2023

Auch andere Eiscafés in Deutschland zaubern vor dem Start der Eissaison in ihren Versuchsküchen, um die Gaumen ihrer Kundschaft mit Geschmackserlebnissen zu kitzeln – zum Teil mit recht unkonventionellem Ergebnis.

Der verrückte Eismacher: Biereis - hier mit gebrannten Mandeln - ist seit elf Jahren ein Renner in seinem Portfolio.
Der verrückte Eismacher: Biereis - hier mit gebrannten Mandeln - ist seit elf Jahren ein Renner in seinem Portfolio. © Der verrückte Eismacher

Doch welche Sorten können in diesem Jahr zum Trend werden? Und was schmeckt den meisten Menschen eigentlich am besten? "Tiziano" –Erdbeertrauben und Prosecco – hat die Union der italienischen Speiseeishersteller Uniteis mit Sitz in Berlin als Sorte des Jahres 2023 ausgerufen.

Annalisa Carni: "Der Vegan-Trend ist stark im Kurs"

"Das ist ein Fruchteis für Erwachsene", sagt Sprecherin Annalisa Carnio. "Ob das ein Zugpferd in den Eisdielen wird, kann man noch nicht sagen." Das hänge auch vom Wetter ab: In heißen Sommern wie im vergangenen Jahr verkaufe sich Fruchteis besonders gut. "Das ist leichter und sehr erfrischend."

Lesen Sie auch

Lesen Sie auch

Lesen Sie auch

"Der Vegan-Trend ist stark im Kurs", berichtet auch Carnio. "Da kommen immer mehr Sorten dazu, weil auch die Nachfrage wächst." Das spüren nicht nur Eisdielen. Die industriellen Speiseeis-Hersteller bauen ihre Produktpalette ebenfalls "wegen ständig wachsender Nachfrage" bei veganem Eis aus, heißt es beim Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI).

Luca de Rocco: "Besonders die Sorbets sind sehr beliebt"

Neu seien zum Beispiel Erdnuss-Banane oder Meersalz-Karamell. Neben Soja, Mandel und Hafer komme dabei auch Erbsenprotein als pflanzliche Quelle zum Einsatz.

"Besonders die Sorbets sind sehr beliebt", hat Luca de Rocco festgestellt. 2017 hatte er zusammen mit seinem Vater beim internationalen Wettbewerb "Gelato World Tour" mit einem Sorbet aus Weintrauben und karamellisierten Walnüssen den zweiten Platz geholt.

Der Eismacher Luca de Rocco und seine Frau Francesca stehen in ihrem Eiscafé hinter der Auslage.
Der Eismacher Luca de Rocco und seine Frau Francesca stehen in ihrem Eiscafé hinter der Auslage. © Daniel Karmann/dpa

Der 33-Jährige sieht aber auch Infusionen aus Blüten wie Holunder und Löwenzahn groß im Kommen. Die Blüten dafür sammele er selbst in der Umgebung – das Eis gebe es also immer nur für kurze Zeit. Doch wenn der Sommer kühl sei, gingen Milch- und Schokoladen-Eis besser, berichtet de Rocco. Sein Verkaufsschlager ist allerdings ganz klassisch: Vanille-Eis. "Das ist immer gefragt", sagt er.

Carnio: "Kinder sind konservativ. Die bestellen Erdbeere, Schoko, Mango"

Wie viel Eis bei den mehr als 2.000 Eisdielen italienischer Tradition in Deutschland jährlich über die Theke geht, ist bei Uniteis nicht bekannt. Der BDSI schätzt, dass 2021 etwa 84 Prozent des in Deutschland verspeisten Eises auf industriell gefertigtes Speiseeis entfielen, 13,5 Prozent auf Eisdielen und 2,5 Prozent auf Softeis, das vor allem über Fast-Food-Ketten und Automaten vertrieben wird.

Demnach verkauften die deutschen Markeneishersteller 2021 fast 538 Millionen Liter Eis. Die Zahlen für 2022 liegen einem Sprecher zufolge noch nicht vor. Die beliebteste Sorte bei den Eispackungen war eindeutig: Vanille. Danach folgen Keks, Fruchteis wie Zitrone oder Erdbeere, Schokolade, Karamell und Walnuss.

Möglicherweise könnte das auch damit zusammenhängen, dass oft Kinder unter den Eis-Genießern sind. In den Eisdielen zeigten diese meist wenig Experimentierlust, meint Carnio: "Kinder sind konservativ. Die bestellen Erdbeere, Schoko, Mango."

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
 
8 Kommentare
Bitte beachten Sie, dass die Kommentarfunktion unserer Artikel nur 72 Stunden nach Veröffentlichung zur Verfügung steht.
  • Rosinerl am 25.04.2023 08:37 Uhr / Bewertung:

    Wenn in einem Gastronomiebetrieb die Würmer auf den Lebensmitteln herumlaufen, ist das definitiv ein Fall für das Gesundheitsamt.

  • glooskugl am 24.04.2023 19:20 Uhr / Bewertung:

    Nachtrag: Wenn in solchen Eisdielen mit Heuschrecken und Würmern hantiert wird ,dann ist zumindest in meiner Vorstellung jedes Eis das dort gemacht wird in Spuren mit Insekten kontaminiert. Die Hardware ist ja immer die selbe und desinfizieren wir die ja keiner. Mit dieser Vostellung im Kopf bringe ich auch das normale Vanille Eis von so einem Laden nicht hinunter.

  • glooskugl am 23.04.2023 15:28 Uhr / Bewertung:

    Ich kaufe kein Eis mehr in sogenannten "Eisdielen".Da sich dort jeder für einen Künstler in Sachen Eis -Herstellung hält und Künstlerpreise für ein Kugel verlangt,bin ich vom damals echten "Ranftl" auf Industrie-Eis umgestiegen.Das kann man noch bezahlen und so schlecht ist das auch nicht.
    Insekten-Eis kann auch essen wem nicht graust und sich wahnsinnig geil dabei vorkommt.

merken
Nicht mehr merken
X

Sie haben den Inhalt der Merkliste hinzugefügt.