"Sechzig ist unfassbar": 1860-Legende Fredi Heiß über die Achterbahn-Löwen
Welchen Wunsch hat wohl jeder Trainer auf der Welt an seine Mannschaft? Richtig: Konstanz. Bei den Löwen sehen die letzten Ergebnisse so aus: Vier Siege, zwei Remis, zwei Pleiten und wieder zwei Siege. Ergebnisse wie eine Achterbahnfahrt, mit Herzkasperl-Potenzial. Findet auch ein Meisterlöwe. Fredi Heiß.
"Da hast du einen richtig guten Lauf, dann verlierst du solche Katastrophen-Spiele gegen Türkgücü und Halle - und dann schlägst du mit Lautern eine Spitzenmannschaft", fasst die 81-jährige Legende der Sechzger die jüngsten Spiele zusammen.
Auf und Ab bei 1860: Köllner muss sich etwas ausdenken
Heiß ist stolz auf seine unfassbaren Löwen, dass sie die Roten Teufel in die Knie gezwungen haben. "Das war große Klasse, so wollen wir alle die Löwen sehen." Gleichzeitig schwant dem einstigen Star der Sechzger Jahre Übles, wenn er an die nächsten Partien denkt: "Kaum können sie wieder ein bisserl oben hinschmecken - dann versagen ihnen wieder die Nerven." Das ewige Auf und Ab der Löwen, wie lässt es sich nur durchbrechen?
Der gebürtige Münchner vor dem heutigen Duell gegen den SC Verl (19 Uhr. Magenta Sport und im AZ-Liveticker), ein Spiel gegen ein abstiegsbedrohtes Team, das ein ambitionierter Klub eigentlich gewinnen muss: "Der Michael Köllner muss sich da irgendwas ausdenken, dass die Spieler kein Nervenflattern kriegen."
Was Sechzigs Personal anbelangt, spricht sich Heiß übrigens für Vertrauen aus. "Wenn ich immer höre, dass man sich im Winter unbedingt hätte verstärken müssen? Wer soll denn da kommen und sofort funktionieren?" Heiß über das Szenario, hätte 1860 im vergangenen Transferfenster einen Angreifer verpflichtet: "Und wenn du einen holst, kann dann Marcel Bär performen? Er ist nach dem Aus von Sascha Mölders ins Rollen gekommen, da muss man ihm Vertrauen aussprechen - und der ganzen Mannschaft."
Heiß: Schlagkräftige 1860-Mannschaft für die nächste Saison
Für Heiß gibt es, im Gegensatz zu vielen Löwenfans, auch noch andere Dinge als den Aufstieg in die Zweite Liga. Der Meisterlöwen-Vorschlag an die Sechzger um Chefcoach Köllner und Sport-Boss Günther Gorenzel: "Sie müssen jetzt auch schauen, dass sie für die nächste Saison eine schlagkräftige Mannschaft aufstellen."
Auch ein Weg, der die Giesinger immer ausgezeichnet hat und der nun weitergegangen werden müsse: "Auch ab und zu mal einen Jungen reinwerfen, damit er Erfahrung sammeln kann." Nach Abwehrspieler Niklas Lang (19) zählt auch Junglöwe Leandro Morgalla (17) in diese Riege, den Köllner in den vergangenen Partien zu seinem Debüt und in Zwickau (3:1) zu einem fast 45-minütigen Einsatz verholfen hat. Der Youngster zahlte es mit einer starken Leistung zurück.
Gegen Verl sind für Heiß also Vertrauen und Unbekümmertheit gefragt, wie auch immer die Giesinger dafür sorgen wollen." Eines werde sich dabei für Heiß nie ändern: "Ich drücke die Daumen, ist doch klar.