Giannikis' TSV 1860 vor dem Reifetest: Drei Dinge machen für das Sandhausen-Match Mut
München - Wie gut oder holprig läuft es den nun schon bei den Giannikis-Löwen? Dem souveränen 4:1-Befreiungsschlag gegen den MSV Duisburg ließ der TSV 1860 am Dienstagabend ein mageres 1:1 beim VfB Lübeck folgen. "Wir haben von einem Prozess gesprochen", sagte der neue Cheftrainer Argirios Giannikis nach der holprigen Punkteteilung in der Fremde, bei der 1860 nach der Führung durch Mansour Ouro-Tagba (79.) erst kurz vor dem Abpfiff der Sieg entrissen worden war: "Wir sind mit vier Punkten aus zwei Spielen einigermaßen zufrieden." Nun gelte es allerdings, "weiter zu machen und nachzulegen am Sonntag!"
Und zwar im Heimspiel gegen Aufstiegsaspirant SV Sandhausen (16.30 Uhr), ein ganz anderes Kaliber als die Gegner zuletzt. Der AZ macht den Check, welche Qualitäten 1860 in dieses Duell mitnehmen kann – und wo es (deutlich) Steigerungspotenzial gibt.
TSV 1860: Intensität, Ordnung und Selbstbewusstsein auf Kurs
Die Intensität: "Die Intensität können wir mitnehmen", sagte Giannikis nach Lübeck. Tatsächlich hat 1860 dort energisch und kämpferisch agiert, wenngleich, wie der 43-Jährige auch trotz des 4:1 über die Zebras bemängelte, "nicht alles Gold" gewesen sei. Die Schlagzahl hat allerdings in beiden Duellen gestimmt und gibt Hoffnung für Sandhausen.
Die Ordnung: "Wir haben selten die Ordnung verloren", konstatierte der Deutsch-Grieche über Sechzigs defensive Stabilität. Während diese bereits in der Hinrunde bewiesene Stärke vor der Winterpause und auch in den beiden Testspielen gegen WSG Tirol (4:1) und Schwarz-Weiß Bregenz (6:3) zu wünschen übrigließ, hatte 1860 zuletzt zwei Mal eine gute Grundordnung und in der Abwehr um Kapitän Jesper Verlaat und Junglöwe Michael Glück nicht viel zugelassen.
Das Selbstbewusstsein: Bekanntlich hilft nichts so sehr wie Siege, um die Köpfe der Spieler wieder aufzurichten. Nicht nur beim furiosen 4:1, auch in Lübeck an der Lohmühle ließ sich bei den Giesingern über weite Strecken eine gute Körpersprache erkennen: Es geht aufwärts. Deutlich anzusehen etwa bei Stoßstürmer Fynn Lakenmacher, der gegen Duisburg seine Torflaute beendete und sich in Lübeck zwar trotz ausbleibender Torgefahr sichtlich wieder traute, seine Technik am Ball zu zeigen. Schafft es Giannikis, seine Spieler weiter richtig anzupacken, steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass die Ergebnisse in Zukunft stimmen.
Drei Schwachpunkte muss der TSV 1860 gegen den SV Sandhausen ausmerzen
Phasenweise Passivität: Gegen den MSV waren es nur die ersten und die letzten Minuten, in Lübeck nahmen sich die Sechzger längere Auszeiten. "Vor der Pause haben wir bissl geschwommen", musste Sechser Tim Rieder gestehen. Einfache Rechnung: Je weniger (zu) passive Spielphasen sich die Giesinger leisten, desto bessere Aussichten gegen Sandhausen und in den nächsten Duellen.
Einfache Ballverluste: Gerade Valmir Sulejmani vor der Pause, aber auch alle anderen Offensivspieler sowie Joker Albion Vrenezi müssen sich denselben Vorwurf gefallen lassen. "Wir hatten einfache Ballverluste, die schmerzen auf diesem Niveau", kritisierte Giannikis und schob energisch hinterher: "Das müssen wir schnellstmöglich abstellen!" Wenn seine Elf ebenso energiegeladen zu Werke geht und diese Schwäche minimiert, könnt's auch gegen den SVS etwas Zählbares geben.
Späte Gegentreffer: Sechzig könnte auch schon sechs Zähler auf dem Konto haben, doch dem (folgenlosen) 1:4 der Duisburger sollte am Dienstag der (folgenschwere) Ausgleich folgen. Für Sandhausen gilt: Schläfrigkeit verboten!