Steuerschuld: Für Hoeneß wird’s finanziell eng

Uli Hoeneß hat sich verzockt und viel Geld verloren durch Spekulationen. Nur „unter Aufbietung aller Kräfte“ könne er die Steuerschuld noch begleichen.
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Uli Hoeneß verlässt sichtlich mitgenommen den Justizpalast nach der Urteilsverkündung.
dpa Uli Hoeneß verlässt sichtlich mitgenommen den Justizpalast nach der Urteilsverkündung.

München - Wie viel Geld hat Ulrich Hoeneß noch? Richter Rupert Heindl hat bei seinem Urteil die Verlustvorträge, die Hoeneß angeblich zu Unrecht beim Finanzamt angemeldet hat und die noch Thema der Anklageschrift waren, nicht beim Urteil berücksichtigt. Dabei handelt es sich immerhin um mehr als fünf Millionen Euro. Der Richter begründete das damit, dass „Herr Hoeneß in seinem Leben wohl keine Gelegenheit mehr haben wird, diese Verlustvorträge aufzuarbeiten“.

Was heißen könnte, dass es auf absehbare Zeit keine solchen Einnahmen – zum Beispiel aus Spekulationsgeschäften – mehr geben wird. Der „Stern“ hatte berichtet, dass Hoeneß in Deutschland einen Verlust von mehr als 118 Millionen Euro von seinen Aktivitäten mit einer Münchner Bank gemeldet hat. Und jetzt wird's noch richtig teuer für ihn: Sein Anwalt kündigte an, die im Verfahren ermittelte Steuerschuld bald zu begleichen. „Das wird passieren – unter Aufbietung aller Kräfte“ kündigte Feigen an. Das wird deswegen schwierig, weil „das Geld weg ist“, so Feigen.

Lesen Sie hier: Uli Hoeneß verurteilt: Auf Zeit gespielt - und verloren

Nach Gewinnen im 2003 und 2005 in Höhe von 130 Mio Euro, machte er später in der Schweiz unterm Strich Verluste. Allerdings nicht in seiner Bilanz mit dem Fiskus: Staatsanwalt Engel rechnete vor, dass Ulrich Hoeneß im hier betrachteten Zeitraum von 2003 bis 2009 zwar 25 Millionen Euro Steuern gezahlt hat – das seien aber etwa zwei Millionen Euro weniger als die ihm da zur Last gelegten 27,2 Millionen Euro.

Lesen Sie hier: Hoeneß-Prozess: Ein kluges Urteil

Ulrich Hoeneß hatte laut der im Gericht erörterten Zahlen 2008 ein steuerpflichtiges Jahres-Einkommen von etwa 10 Millionen Euro. An seinem Wohnort ist er zudem noch als alleiniger Besitzer einer GmbH eingetragen. Diese hält zehn Prozent an seiner Wurstfabrik, die von Sohn Florian geführt wird. Weitere finanzielle Belastungen werden folgen – das Steuerverfahren mit Nach-, Straf- und Zinseszahlungen steht noch aus.

 

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