Robert Lewandowski, der Torkönig des FC Bayern
München - Meine Damen und Herren, es spricht der neue Robert Lewandowski, der Mannschaftsspieler, der Teamplayer: "Wir müssen ab der ersten Minute bereit und wach sein. Wir bekommen zu oft das erste Tor."
Torjäger Lewandowski: Über 250 Bundesligatreffer
Gemeint war die neue "Seuche" der Münchner, die in den letzten sechs Bundesligaspielen immer in Rückstand geraten waren. Und dennoch gewann der "FC Neuerndowski" gegen die Wolfsburger noch mit 2:1. Dank der Paraden des Welttorhüters Manuel Neuer und dank des Doppelpacks des aktuell weltbesten Stürmers, der gegen die bemitleidenswerten Opferlämmer im Wolfspelz nun schon 23 Treffer in 20 Spielen erzielt hat.
Nicht die einzige, irrsinnige Statistik des 32-Jährigen, der nun der dritte Bundesligaprofi ist, der über 250 Bundesligatore erzielt hat (er steht bei 251 in 332 Einsätzen). Nur Gerd Müller, der legendäre Bomber der Nation (365 Tore), und Klaus Fischer (268) liegen in der ewigen Bestenliste vor Lewandowski. Den Ex-Löwen und Ex-Schalker Fischer könnte der Pole noch in dieser Saison einholen. 2020 sammelte er sämtliche Trophäen für den Bundesliga-, DFB-Pokal- und Champions-League-Torschützenkönig ein. Er ist: König Robert I. - unbestritten.
"Manchmal ist Egoismus eine positive Sache"
Der neue Robert Lewandowski agiert weniger egoistisch als früher, nicht mehr nur auf sich und seine Bilanzen fokussiert. Bei einem 2:1 wie gegen Wolfsburg hätte ihn nicht das (zu) frühe Gegentor gewurmt, sondern die Tatsache, dass ihm kein drittes oder viertes Tor gelungen ist, um sein Konto des Kalenderjahres auf 42 zu erhöhen. Darauf angesprochen antwortete Lewandowski bei Sky: "Man muss immer egoistisch sein, dass dieser Instinkt nach Toren bleibt. Aber ich versuche, immer auch für die Mannschaft zu spielen. Manchmal ist Egoismus eine positive Sache, aber ich versuche auch zuzuspielen und immer etwas Neues zu zeigen."

Der frühere Ego-Shooter mit einer ganz neuen Seite: Früher konnte er sich nicht einmal richtig freuen, wenn ein Mitspieler traf und dabei den besser positionierten Lewandowski übersah. Mit Flügelspieler Arjen Robben, der zig Treffer des Mittelstürmers vorbereitete, verband ihn eine Art Hassliebe. Man brauchte sich, man schätzte sich - und man verfluchte sich hin und wieder. Zwei Mega-Ehrgeizlinge eben.
Bayern-Star verblüfft seine Frau
"Er verblüfft mich immer wieder", erzählte Ehefrau Anna in Bayerns Mitgliedermagazin "51": "Er ist ein absoluter Profi, clever, ambitioniert, nicht aus der Ruhe zu kriegen. Inzwischen ist er auch noch ein guter Vater." Im Mai kam Laura zur Welt. Nun hat Klara (3), die 2017 geboren wurde, ein kleines Schwesterchen. Die neue Rolle als Vater, mehr Verantwortung in den eigenen vier Wänden - auch das eine Ursache seines Wandels. "Seine Familie ist ihm sehr wichtig, seine Schwester und seine Mutter. Robbie ist ein ruhiger Typ, aber voller Wärme", erklärt seine Anna, lange Zeit erfolgreiche Profisportlerin (Karate) und heute Ernährungsberaterin, Buchautorin und Betreiberin ihrer Cafékette "Healthy Store by Ann".
Auf dem Platz gibt sich Lewandowski mittlerweile offener, kommunikativer, verantwortungsvoller. Im Januar 2019 beförderte ihn der damalige Trainer Niko Kovac hinter Neuer und Thomas Müller zum dritten Kapitän bei Bayern. Dazu ist Lewy im Mannschaftsrat, dem auch David Alaba und Joshua Kimmich angehören.
Flick: Lewandowskis Körper ist wie ein "Formel-1-Auto"
Lewandowskis Körper ist sein Kapital. Er pflegt ihn rund um die Uhr, vor allem im (ausgiebigen) Schlaf. Flick vergleicht den Körper des Mittelstürmers mit einem "Formel-1-Auto", weil er "auf jedes Detail schaut, um Höchstleistung bringen zu können". Mit dem Krönungsjahr 2020 will er sich nicht zur Ruhe setzen. Im Gegenteil. "Er will mehr", sagt Anna, "nach dem Motto: Heute freue ich mich, aber morgen gehe ich wieder an die Arbeit. Es geht weiter."
Sein Vertrag bei Bayern läuft bis 2023. Rekorde sind dazu da, um (von Lewandowski) gebrochen zu werden. Bayerns Lewandowski knackt mit dem Doppelpack in Wolfsburg die Grenze von 250 Liga-Treffern - das haben vor ihm nur Gerd Müller und Klaus Fischer geschafft. "Er verblüfft mich immer wieder"