Nur noch Experimente beim FC Bayern: Joshua Kimmichs Position hängt an einer Personalie

Im einzigen Testspiel der Vorbereitung kommt der FC Bayern in Basel nicht über ein 1:1 hinaus. Trainer Thomas Tuchel ist zum Improvisieren gezwungen und wünscht sich zeitnah Neuzugänge, denn "der Zeitplan ist schon überschritten."
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Joshua Kimmich (l.) im Zweikampf mit Basels Jonas Adjetey.
Joshua Kimmich (l.) im Zweikampf mit Basels Jonas Adjetey. © IMAGO/Jöran Steinsiek

Basel - Es war nasskalt in Basel, der Platz im St. Jakob-Park tief und seifig. Doch als Alibi wollten die Verantwortlichen des FC Bayern die schwierigen Bedingungen nicht gelten lassen - trotz einer dominanten ersten Halbzeit kamen die Münchner im ersten und einzigen Testspiel der Winter-Vorbereitung beim FC Basel nicht über ein 1:1 hinaus.

Youngster Noel Aseko-Nkili (70. Minute) glich in der zweiten Halbzeit den Rückstand durch Juan Gauto (59.) noch aus. Eine insgesamt durchwachsene Generalprobe vor dem Bundesliga-Auftakt am Freitag gegen Hoffenheim. "Wir waren zu wenig gierig in der Box in der ersten Halbzeit, um aus den Möglichkeiten Kapital zu schlagen, sonst hätten wir die erste Hälfte klar gewinnen müssen", kritisierte Cheftrainer Thomas Tuchel: "In der zweiten Halbzeit hatten wir zwanzig Minuten, die nicht gut waren, da wurden wir auch bestraft." Man hätte schon "gerne gewonnen, das muss auch unser Anspruch sein", ergänzte Tuchel: "Aber es war ein Testspiel.”

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FC Bayern: Tuchel wünschte sich schon zum Trainingsstart Neuzugänge

Und eines, das einmal mehr die Probleme im Aufgebot der Münchner offenlegte. Tuchel betreut derzeit einen Kader, der sich personell am Limit befindet. Daher wird händeringend nach Neuzugängen gefahndet. Defensivspezialist Eric Dier könnte die Münchner in Kürze verstärken.

"Der Zeitplan ist schon überschritten. Der Wunsch war 2.1", sagte Tuchel zu den Transferaktivitäten. Er zeigte allerdings Verständnis, dass es Sportdirektor Christoph Freund gerade alles andere als leicht hat: "Denn ich weiß, wie schwierig es ist im Winter. Die Wintertransferphase ist kompliziert, sehr viele gute Vereine in der Champions League haben ihre eigenen Ziele. Wir schauen auf einem Niveau, das uns weiterhilft. Deshalb ist es sehr schwierig."

Kimmich zurück auf hinten rechts - Neuer lobt Bayerns Variabilität

Tuchel war gegen Basel zum Improvisieren gezwungen. Innenverteidiger Min-Jae Kim bereitet sich mit Südkorea auf den Asien-Cup vor, Rechtsverteidiger Noussair Mazraoui wird mit Marokko beim Afrika-Cup antreten. Und auch Konrad Laimer (Kniebeschwerden), der eigentlich Mazraoui ersetzen sollte, stand nicht zur Verfügung. So musste Joshua Kimmich als rechter Außenverteidiger aushelfen, Leon Goretzka kam in der zweiten Halbzeit in der Innenverteidigung zum Einsatz.

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"Jo hat schon bewiesen, dass er die Position sehr gut spielen kann", lobte Kapitän Manuel Neuer: "Im Mittelfeld haben wir auch Alternativen und zum Beispiel einen gut aufspielenden Aleks Pavlovic. Da sind wir variabel, Leon Goretzka ist auch eine Alternative. Der Trainer versucht alles auszuprobieren, um die richtige Elf für den Start da zuhaben." Ideal ist die Situation aber natürlich nicht, denn am liebsten würde Tuchel jetzt Automatismen mit einer Stammelf entwickeln, die sich für die hohen Ziele in der Bundesliga und Champions League einspielt. Stattdessen: Experimente, Experimente, Experimente.

Kimmichs Position gegen Hoffenheim hängt jetzt an Laimer

"Wir hoffen, dass Konni Laimer zurückkommt", sagte Tuchel mit Blick auf das Hoffenheim-Spiel über die Position hinten rechts: "Nous Mazraoui wird nicht zur Verfügung stehen. Josh Kimmich war der Einzige, der diese Position schon einmal auf hohem Niveau gespielt hat. Deshalb haben wir es heute mal versucht. Normalerweise sollte Konni zurück sein."

Joshua Kimmich (l.) im Zweikampf mit Basels Jonas Adjetey.
Joshua Kimmich (l.) im Zweikampf mit Basels Jonas Adjetey. © IMAGO/Jöran Steinsiek

Kimmich würde dann wieder ins zentrale Mittelfeld rücken, um den Platz neben ihm rangeln Goretzka, Aleksandar Pavlovic und Raphael Guerreiro. Die Viererkette stellt sich mit Alphonso Davies. Dayot Upamecano, Matthijs de Ligt und Laimer quasi von selbst auf. Mittelstürmer Harry Kane, der gegen Basel gute Chancen ausließ, ist ganz vorne gesetzt, dahinter dürften Jamal Musiala, Leroy Sané und Kingsley Coman auflaufen. Thomas Müller bleibt Edeljoker.

Eine Woche bleibt Tuchel noch, um seinem Team den Feinschliff zu verpassen. In Basel hakte es nicht nur in puncto Chancenverwertung, bei Kontern zeigte sich die Defensive anfällig. "Wir können sicherlich besser spielen, als wir es heute gezeigt haben", sagte Sportdirektor Freund. Und Goretzka meinte: "Wir werden noch einiges in der Trainingswoche aufholen müssen."

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  • Südstern7 am 08.01.2024 14:27 Uhr / Bewertung:

    "Trainer Thomas Tuchel ist zum Improvisieren gezwungen ..."

    Gezwungen?
    In einem Testspiel wird immer experimentiert. Da wird immer Neues probiert, wann soll man es denn sonst tun, wenn nicht in Testspielen, oder wie man früher sagte in Freundschaftsspielen?

    Wer das entspannte Gesicht der Trainer und Spieler gesehen hat, dem muss klar sein, dass das Ergebnis alles andere als wichtig ist. Es ging darum, dass man nach der Weihnachtspause wieder den Rhythmus findet, Und es ist üblich, dass dann auch Nachwuchsspieler eingesetzt werden, wie in diesem Falle mehrfach geschehe. Man sollte auch nicht überbewerten, dass Kimmich auf rechts auswich und Goretzka Vorstopper spielte. Ein Test, mehr nicht. Wenn Zeitungen also formulieren, dass die Mannschaft über ein 1:1 "nicht hinauskam", so ist der negative Zungenschlag in diesem Ausdruck eigentlich fehl am Platz.

    Klar, es wäre prima wenn tatsächlich noch Verstärkungen eintrudeln würden, aber dann bitte mehr als die Kategorie Tasci oder Blind.

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