FC Bayern: Carlo Ancelotti verrät seinen liebsten Titel von drei möglichen
München - Zur Weihnachtszeit ist das Wünschen ja schließlich erlaubt. Also: Welchen Titel hätten Sie denn am liebsten am Ende der Saison, Herr Ancelotti? „Alle Wettbewerbe sind wichtig für uns“, sagte der Trainer am Freitag auf AZ-Nachfrage: „Wir wollen die Bundesliga, den Pokal, die Champions League gewinnen.“
Eben alles – so einfach ist das bei Carlo und den Bayern. Gar nicht so fromme Wünsche.
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Wobei: Eine kleine Einschränkung machte der Italiener dann doch. Wenn er sich auf nur eine Trophäe festlegen müsste, dann wäre es die Meisterschaft. „Ich habe noch niemals die Bundesliga gewonnen“, sagte Ancelotti. Sein Lächeln verriet aber, dass er die anderen beiden Wettbewerbe genauso im Blick hat, vor allem den einen, den er so gut kennt: die Champions League.
"Lieber Champions League als Meisterschaft"
„Es ist mir immer lieber, die Champions League zu gewinnen als die Meisterschaft“, hatte Ancelotti vorab schon den spanischen Sportblättern „AS“ und „Marca“ gesagt.
Es ist der Lieblingswettbewerb des 57-Jährigen, er hat ihn bereits fünf Mal gewonnen, als Spieler (1989, 1990) und Trainer des AC Mailand (2003, 2007), sowie zuletzt mit Real Madrid (2014). Nun soll der Königsklassenspezialist den FC Bayern auf den europäischen Fußballthron führen.
Abwehrchef Boateng fehlt in Darmstadt
„Der Klub will die Bundesliga gewinnen, denn er weiß, dass die Champions League sehr kompliziert ist“, sagte Ancelotti vor dem Bundesliga-Spiel bei Darmstadt 98 (Sonntag, 15.30 Uhr/Sky).
Entscheidende Zeit im Februar, März
Doch während die Bayern-Bosse eher darum bemüht sind, die Erwartungen an das Team ein wenig zu bremsen, blieb Ancelotti bei seiner hohen Zielvorgabe: „Bayern hat das Halbfinale der Champions League dreimal in Folge erreicht. So weit möchte ich mindestens auch kommen. Wir hoffen, die Champions League zu gewinnen. Und falls nicht, wenigstens ins Finale zu kommen.“
Die entscheidende Zeit komme „im Februar, März, April“, sagte Ancelotti weiter: „Auf diese Phase müssen wir uns gut vorbereiten.“ Den Bayern könnte dabei auch der im Gegensatz zu den vergangenen Jahren diesmal etwas härtere und dadurch möglicherweise leistungsfördernde Kampf um die Meisterschaft helfen. Aufsteiger RB Leipzig ist vor dem 15. Spieltag noch immer punktgleich mit den Münchnern.
Boateng muss operiert werden
„Wir sind mit großen Anstrengungen wieder Tabellenführer geworden“, sagte Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge, „jetzt dürfen wir nicht den Fehler machen, dass der Tabellenführer gegen den Tabellenletzten verliert.“ Mahnend erinnerte er an das vergangene Wochenende, als Leipzig als Spitzenreiter beim Letzten Ingolstadt 0:1 verlor. „Wir müssen unsere Spiele gewinnen, dann ist es unwichtig, was Leipzig macht“, sagte Ancelotti. Das gilt besonders für das direkte Duell am Mittwoch in München.
Rummenigge warnt, Darmstadt hofft
Zuvor gilt es allerdings, Rummenigges Forderung zu erfüllen: „Wir müssen Darmstadt schlagen!“, forderte er. Die zuletzt angeschlagenen Arjen Robben, Franck Ribéry und Javi Martínez werden mitwirken können. Im Gegensatz zu Jérôme Boateng. Dem Abwehrboss, der über Schmerzen in der Brustmuskulatur klagte, muss operiert werden. Es droht ihm sogar eine längere Zwangspause.
Das wäre dann auch ein herber Rückschlag für Ancelotti und seine großen Titelambitionen.