Prozess gegen Ex-Agent Mauss begonnen
Bochum - Mauss soll rund 15 Millionen Euro Steuern hinterzogen haben. Zu den Vorwürfen äußerte er sich am ersten Verhandlungstag nicht. Nach Ansicht seiner Verteidiger unterliegt Mauss einer Geheimhaltungspflicht und müsste eine Aussagegenehmigung der obersten Bundesbehörden erhalten. "Wir haben um eine Klärung gebeten", sagte Verteidiger Ingo Hamm. "Dies ist jedoch noch nicht vollständig geschehen." Da auf Auslandskonten nur treuhänderisch verwaltetes Vermögen liege, sei eine sinnvolle Verteidigung nur mit einer Aussagegenehmigung möglich. Das sehen die Richter allerdings anders.
Da auf den millionenschweren Auslandskonten nur treuhänderisch verwaltetes Vermögen liege, sei eine sachgerechte Verteidigung nur mit einer Aussagegenehmigung der obersten Bundesbehörden möglich, hätten die Verteidiger argumentiert. Diesen Zusammenhang sehe das Gericht zurzeit aber nicht.
Mauss deponierte große Summen auf Auslandskonten
Laut Anklage hat Mauss seit den späten 1980er Jahren unter verschiedenen Aliasnamen immer wieder Geld im Ausland angelegt. Es gehe um Beträge von bis zu 60 Millionen US-Dollar. "Dabei war er in einem besonders anstößigen und überdurchschnittlichem Maße geleitet von einem sehr deutlich ausgeprägten Streben nach erheblichen eigenen wirtschaftlichen und insbesondere auch steuerlichen Vorteilen", heißt es in der Anklage.
Konkret geht es um Stiftungen und Nummernkonten, über die millionenschwere Umsätze getätigt wurden. So soll Mauss im Jahr 2007 zum Beispiel eine Unternehmensanleihe zum Nennwert von zehn Millionen US-Dollar erworben haben, die "unter erheblichem Verschleierungsaufwand" auf ein Stiftungskonto beim Geldinstitut UBS-Luxemburg S.A. übertragen worden sein soll. Nach zwei weiteren Transaktionen sei das Geld schließlich auf dem Konto einer Firma mit Sitz auf den Bahamas gelandet.
Die Staatsanwaltschaft wirft Mauss vor, diese und andere Geldanlagen dem für ihn zuständigen Finanzamt in Essen bewusst verschwiegen zu haben. Für die Jahre 2012 und 2013 sollen gar keine Einkommenssteuererklärungen mehr eingereicht worden sein. Insgesamt soll Mauss Einkünfte aus Kapitalvermögen in Höhe von über 40 Millionen Euro verheimlicht haben. In der Anklageschrift sind drei Aliasnamen aufgeführt.
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Zur Schadenswiedergutmachung hatte Mauss im Dezember 2012 laut Anklage vier Millionen Euro gezahlt. Außerdem hat er eine Kaution in Höhe von einer Million Euro hinterlegt. Dafür wurde der 76-Jährige von der Untersuchungshaft verschont.
Ex-Agent Werner Mauss war nach eigenen Angaben jahrzehntelang in geheimer Mission für die Bundesregierung unterwegs - unter anderem bei der Befreiung von Geiseln. Ins Visier der Ermittler ist er durch eine Steuersünder-CD geraten, die das Land NRW von einem Insider des schweizerischen Bankhauses UBS angekauft hatte. Der Prozess wird am 4. Oktober fortgesetzt.
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