"Worte zu Taten": Münchens Bürgermeister spricht nach Messerattacke in Pasing

Nach der blutigen Messerattacke vergangene Woche halten Münchner eine Mahnwache in Pasing ab. Zweiter Bürgermeister Dominik Krause erinnert nicht nur an diese rassistische Tat.
Hüseyin Ince |
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Nach rassistischer Messerattacke: Münchner hielten eine Mahnwache am Pasinger Marienplatz ab.
Nach rassistischer Messerattacke: Münchner hielten eine Mahnwache am Pasinger Marienplatz ab. © Hannes Magerstädt

München – Der eine kam vom Friseur, der andere ging völlig zufällig hier vorbei: Aus dem Nichts verletzte ein 40-jähriger Münchner am Dienstagnachmittag vergangener Woche (23. Juli) zwei junge Männer im Alter von 18 und 25 Jahren schwer. Auf der Pasinger Gleichmannstraße stach er auf die beiden mehrmals ein.

Der 18-Jährige C. wurde heftig am Arm getroffen und ist völlig traumatisiert von dem Angriff.
Der 18-Jährige C. wurde heftig am Arm getroffen und ist völlig traumatisiert von dem Angriff. © Daniel von Loeper

Der 18-Jährige konnte nach Dutzenden Nähten am Arm wieder aus der Klinik entlassen werden, der 25-Jährige musste mit Stichwunden in Brust und Rücken noch tagelang im Krankenhaus behandelt werden. Wie durch ein Wunder überlebten die Männer "nur" mit Verletzungen.

Der Angreifer wurde fotografiert, als er nach der Bluttat völlig regungslos mit einem Messer in der Hand auf die Polizei wartete.
Der Angreifer wurde fotografiert, als er nach der Bluttat völlig regungslos mit einem Messer in der Hand auf die Polizei wartete. © privat

Offenbar suchte der 40-jährige Angreifer gezielt Männer aus, die südeuropäisch oder orientalisch aussehen. Daher rief die Initiative "Pasing ist bunt" schon bald zu einer Mahnwache auf, die am Dienstagabend am Pasinger Marienplatz stattgefunden hat.

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Bürgermeister Krause: "Worte können zu Taten werden"

Auch Münchens Zweiter Bürgermeister Dominik Krause (Grüne) hat an der Mahnwache teilgenommen und hielt eine kurze Rede. Darin betonte Krause, dass Rassismus und Muslimfeindlichkeit in München keinen Platz haben.

"Dieser Mordversuch ist ein weiteres schmerzliches Beispiel, wie schnell Worte zu Taten werden. Wie schnell Hass zu Gewalt wird", sagt Krause und wünschte den Angriffsopfern eine schnelle sowie vollständige Genesung.

Dominik Krause spricht bei der Mahnwache in Pasing.
Dominik Krause spricht bei der Mahnwache in Pasing. © Hannes Magerstädt

Er erinnerte zu Beginn seiner Rede schmerzhaft daran, dass es nicht die erste rassistische Bluttat in der Stadt gewesen ist. Am Tag vor dem Pasinger Messerangriff (22. Juli) habe Krause noch an der Gedenkveranstaltung für die Todesopfer des Attentats am Olympia-Einkaufszentrum teilgenommen.

Krause mahnte an, dass es jetzt in der Gesellschaft darauf ankomme, Solidarität zu zeigen und zusammenzustehen.

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62 Kommentare
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  • Da Ding am 01.08.2024 23:58 Uhr / Bewertung:

    Irgendwie schafft er’s immer. Er hauts raus. Egal, ob’s wahr is, egal ob er’s belegen kann.
    Er ist die Taube auf dem Schachfeld.
    Mein Vorbild, „Bingo“
    Moment.
    So will ich nie werden.
    Niemals Zahlen ohne Quelle.
    Bevor ich andere beleidige, lieber noch mal vorher nachlesen.

  • Münchner Bürger am 01.08.2024 20:45 Uhr / Bewertung:

    Ist da auf dem Foto eine Antifa-Flagge?

  • SagI am 02.08.2024 13:22 Uhr / Bewertung:
    Antwort auf Kommentar von Münchner Bürger

    Antifa? Scheint so, aber wie sagte Ignazio Silone:
    »Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: ‚Ich bin der Faschismus'. Nein, er wird sagen: ‚Ich bin der Antifaschismus. '«

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