Luise-Kiesselbach-Platz: CSU will Kiosk statt Motorradclub

Seit 23 Jahren ist hat der Motorradclub "Streetfighters Nomads" sein Quartier am Luise-Kiesselbach-Platz. Nun hat die CSU andere Pläne für den Backsteinbau und möchte das Umfeld attraktiver gestalten.
Florian Zick |
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Anstelle des Bikerclubs plant die CSU am Luise-Kiesselbach-Platz einen Kiosk.
Petra Schramek Anstelle des Bikerclubs plant die CSU am Luise-Kiesselbach-Platz einen Kiosk.

Sendling - Noch ist der Luise-Kiesselbach-Platz eine ziemliche Baustelle. Schuttberge, Absperrungen – seit der Freigabe des gleichnamigen Tunnels ist zumindest aber schon mal ein Großteil des Verkehrs unter der Erde verschwunden. Und bald soll es hier sogar richtig schön sein. Die einst verkehrsumtoste Grünfläche soll sich noch dieses Jahr in einen richtigen Park verwandeln.

Die örtliche CSU würde deshalb auch das Umfeld gerne ein bisschen attraktiver gestalten. Aus einem alten Backsteinbau an der Nordseite des Platzes soll ein Kiosk werden. Nur dummerweise: Das Häusl gehört nicht irgendwem. Es ist das Vereinsheim von einem Motorradclub.

Von der Rockerhöhle zum Kiosk

Die Biker, die hier seit fast einem Vierteljahrhundert ihr Quartier haben, nennen sich "Streetfighters Nomads". Im Clubwappen über der Eingangstür prangt neben zwei schweren Maschinen auch ein Schlagring. Na pfundig, denkt man sich. Wenn aus dieser Rockerhöhle ein Kiosk werden soll, dann wird das kein einfacher Ritt.

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Alfred Nagel sieht das nicht so dramatisch. Auch mit einem Motorradclub sollte man sachliche Gespräche führen können, findet der CSU-Sprecher im örtlichen Bezirksausschuss. Als am Luise-Kiesselbach-Platz noch der Mittlere Ring vorbeidonnerte, habe zusätzliches Motorengeknatter nicht gestört, sagt er. Aber die Situation habe sich nunmal grundlegend geändert – das müssten auch die Biker einsehen.

Backsteinbau von der Stadt gemietet

Die geben sich wider Erwarten zahm. Das mit dem Schlagring, beteuert Vereinsgründer Roland Apfelbacher, sei nur ein kleiner Gag. Mit bösen Buben hätten sie jedenfalls nichts zu tun. Selbst Polizisten würden bei ihnen an ihren Mopeds rumschrauben. Und auch die neu aufgestellte Feinstaub-Messstation hätten sie bei sich im Vereinsheim an den Strom angeklemmt.

Aber dass sie da nun raus sollen: "Da stehen wir ein bisschen blöd da", sagt Apfelbacher. Der 50-Jährige hat den 36-Quadratmeter großen Flachbau von der Stadt gemietet. Früher war das Häusl schon einmal ein Kiosk, später dann ein Toilettenhäuschen. Seit 23 Jahren ist es nun die Heimat der "Streetfighters Nomads".

Kiosk mit Schoko-Motorrädern?

Sollte die Stadt ihn rausschmeißen, sagt Apfelbacher, könne er nichts dagegen tun. Zwar hingen viele Erinnerungen an dem Schuppen: Seine Hochzeit hat er hier gefeiert, auch mal einen Obdachlosen drin übernachten lassen. Und befristet sei der Mietvertrag auch nicht. Aber was soll er schon machen.

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Die CSU will den Antrag diesen Februar in den Bezirksausschuss bringen. Die Biker könnten den Kiosk auch selbst betreiben, schlägt Fraktionssprecher Nagel vor – und statt an Motorrädern rumzuschrauben künftig Schoko-Motorräder verkaufen. Vielleicht könne die Stadt auch ein Ersatz-Quartier anbieten, sagt Apfelbacher.

Da wären sie durchaus gesprächsbereit. Das mit dem Biker-Kiosk allerdings hält er für keine so gute Idee. Schoko-Motorräder? "Ich glaube nicht, dass sich das rentieren wird", sagt Apfelbacher.

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