Nach tödlichem Unfall: Stadt München verbietet Surfen auf Eisbachwelle
München – Es ist traurige Gewissheit, die 33-jährige Surferin, die am 16. April auf der Eisbachwelle im Englisch Garten verunglückte, ist tot. Eine Woche lang lag die junge Frau auf der Intensivstation eines Münchner Krankenhauses, wo Ärzte um ihr Leben kämpften. Zwar wurde der gesundheitliche Zustand der jungen Frau vor Kurzem noch als "stabil" bezeichnet, doch am Mittwochabend, gegen 21.40 Uhr, erlag die 33-Jährige ihren Verletzungen. Sie sei im Beisein von Familie und engen Freunden friedlich eingeschlafen, teilte der Anwalt der Frau, Nicolas Jim Nadolny, mit.
Junge Surferin gestorben: OB Reiter meldet sich zu Wort
Am Donnerstagmittag hat sich auch Oberbürgermeister Dieter Reiter zu der Tragödie im Englischen Garten zu Wort gemeldet. "Ich bin tief betroffen vom Tod der Surferin, die letzte Woche an der Eisbachwelle so schwer verunglückt ist. Meine Gedanken sind bei ihren Angehörigen und Freunden. Wenn ein junger Mensch so plötzlich und tragisch aus dem Leben gerissen wird, berührt uns das alle sehr."
Weiter teilt Reiter mit: "Wie es zu diesem fürchterlichen Unfall kommen konnte, ist noch nicht geklärt. Aber wir werden selbstverständlich alles tun, um den genauen Hergang des Unfalls herauszufinden und alles, was notwendig ist, veranlassen, um solche tragischen Unfälle in Zukunft so weit irgend möglich zu vermeiden. Ich weiß, das kann nur ein schwacher Trost für die Hinterbliebenen sein."

Stadt reagiert: Surfen auf der Eisbachwelle bis auf Weiteres verboten
Auch die Stadt hat auf den tödlichen Unfall reagiert und eine Allgemeinverfügung erlassen. Darin heißt es, dass die Allgemeinverfügung für das Brettsurfen am Eisbach nördlich der Prinzregentenbrücke vom 28.05.2010 mit sofortiger Wirkung widerrufen wird. Damit ist das Befahren des Eisbachs mit kleinen Fahrzeugen ohne eigene Triebkraft (insbesondere Surfbretter) im Bereich der Eisbachwelle am Haus der Kunst von der Prinzregentenbrücke bis 50 Meter nördlich der Prinzregentenbrücke bis auf Weiteres verboten. Auch sonstige gemeingebräuchliche Nutzungen, insbesondere das Baden, sind verboten, die aufgestellten Schilder und ggf. vorhandenen Absperrungen sind zu beachten.
Wer sich diesem Verbot widersetzt, kann mit einer Geldbuße bis zu 50.000 Euro belegt werden, teilte die Stadt München der AZ auf Anfrage mit.

Wie genau es zu dem tödlichen Surfunfall kommen konnte, soll nun durch genaue Untersuchungen am Eisbach ermittelt werden. Dafür muss aber zunächst der Wasserpegel des Eisbachs deutlich abgesenkt werden. Erst dann können Spezialisten die Anlage und die vier Reihen aus Steinen begutachten. Manche aus der Surferszene vermuten, dass sich genau dort die Sicherungsleine der 33-Jährigen verfangen haben könnte, als sie beim Surfen verunglückte.
"Verkehrspolizei und Staatsanwaltschaft München I ermitteln", sagte Polizeisprecher Christian Poganski. Denkbar wäre, dass jemand beispielsweise einen E-Scooter, einen Einkaufswagen, ein Radl oder Ähnliches an der Stelle im Wasser versenkt hat und sich die Sicherungsleine der Surferin daran verfing. Dann käme juristisch der Vorwurf der fahrlässigen Körperverletzung infrage. Es könnte sich aber auch rein um einen tragischen Unfall handeln. Nach Angaben des Polizeisprechers werden derzeit alle Möglichkeiten in Betracht gezogen.