Jahresrückblick: Der kurioseste Bankraub des Jahres in München
München - Der Überfall auf die Genossenschaftsbank am Rüttenauplatz in Obermenzing ist erfunden. Tatverdächtig sind eine 22-jährige Mitarbeiterin des Geldinstituts und deren Freund (21). Das Geld sollsie einkassiert haben.
Vorgetäuschter Banküberfall in München: Ein Phantom in der Bank
Aus der Bank am Rüttenauplatz ist Ende Oktober ein hoher fünfstelliger Bargeldbetrag verschwunden. Angeblich ist die Genossenschaftsbank von einem Räuber am Morgen noch vor Öffnung der Bank überfallen worden. Noch am Tattag kommen den Ermittlern aber erste Zweifel.

Polizei und Staatsanwaltschaft gehen inzwischen davon aus, "dass die beschuldigte Bankangestellte den Raub nur vorgetäuscht und das Geld selbst entwendet hat". Der Tatvorwurf gegen die Angestellte lautet derzeit auf Diebstahl in besonders schwerem Fall und Vortäuschen einer Straftat.
Ermittlungen auch gegen den Freund der 22-Jährigen
Ihrem Freund, einem 21-Jährigen aus München, wird laut Staatsanwaltschaft im Zusammenhang mit der Tat Begünstigung zur Last gelegt. Verschwunden sind rund 50.000 Euro, heißt es inoffiziell. Ein Teil des Geldes ist offenbar gefunden worden, angeblich in der Wohnung der Frau. Das Duo sitzt seit Herbst in Untersuchungshaft.

Die Angaben der Zeugin passten nicht zusammen
Bei der Aussage der Bankmitarbeiterin passt manches nicht zusammen: Der angebliche Täter scheint geradezu ein magisches Talent zu haben: Er soll am 28. Oktober, einem Freitagmorgen, gegen 8.20 Uhr die Filiale der Genossenschaftsbank am Rüttenauerplatz in Obermenzing überfallen haben, ohne dass ihn irgendjemand gesehen hat.
Weder ist er auf den Aufnahmen der Überwachungskameras in der Bank zu finden, noch hat ihn jemand außer der Frau gesehen ‒ auch bei der Flucht ist er nicht beobachtet worden.
Bemerkenswert, da in der Nachbarschaft ein Wochenmarkt am Tattag stattgefunden hat, auf dem immer jede Menge Leute sind. Die einzige Zeugin, die den Räuber gesehen haben will, ist die 22 Jahre alte Mitarbeiterin der Bank.
Die Widersprüche im Detail
Nur Minuten nach dem Überfall läuft eine Großfahndung nach dem flüchtigen Bankräuber an. Beamte der Kriminaltechnik sind den ganzen Tag über damit beschäftigt, Spuren am Tatort zu sichern. Das Spurenbild passe nicht zu den Aussagen der Zeugin, heißt es im Polizeipräsidium.
Die 22-Jährige gibt in Befragungen zu Protokoll, dass sie "ein Mann mit einem Gegenstand bedroht" und sie genötigt habe, Geld in fünfstelliger Höhe zu übergeben. Dabei sei sie vom Täter an der Hand verletzt worden. Auch da gibt es Widersprüche.
Die Bankmitarbeiterin und ihr Freund sitzen weiter in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen. Eine Anklage ist laut Staatsanwaltschaft München I erst in 2025 zu erwarten.