Hasspostings zu Lübcke: Münchner verdächtig

Im Fall des getöteten Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke haben Behörden bundesweit Ermittlungen wegen Hass-Postings eingeleitet. Ein Verdächtiger kommt aus München.
AZ, dpa |
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Der ehemalige Kasseler Regierungspräsident war auf der Terrasse seines Wohnhauses erschossen worden.
Swen Pförtner/dpa Der ehemalige Kasseler Regierungspräsident war auf der Terrasse seines Wohnhauses erschossen worden.

München - Die bayerischen Behörden ermitteln gegen sechs Männer und eine Frau wegen Hasskommentaren über den 2019 getöteten Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke.

Das teilten die Bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus (ZET) der Generalstaatsanwaltschaft München und das bayerische Landeskriminalamt (LKA) am Donnerstag nach entsprechenden Durchsuchungen mit.

Verdächtiger mit Lübke-Hassposting aus München

Die Ermittlungen richten sich den Angaben zufolge gegen sechs Männer und eine Frau im Alter zwischen 23 und 67 Jahren. Sie kommen aus München, Nürnberg, Kempten, Kiefersfelden, Pocking und den Landkreisen Dachau und Oberallgäu. Gegen sie besteht der Verdacht der öffentlichen Aufforderung zu Straftaten, der Billigung von Straftaten und der Beleidigung. Sie sollen entsprechende Hassbotschaften im Internet gepostet haben.

Der 65 Jahre alte CDU-Politiker Lübcke war in der Nacht zum 2. Juni 2019 auf der Terrasse seines Wohnhauses im Kreis Kassel mit einem Kopfschuss getötet worden. Auslöser der Tat sollen Äußerungen Lübckes zur Aufnahme von Flüchtlingen gewesen sein. Der Mordprozess gegen den Hauptverdächtigen Stephan E. und dessen mutmaßlichen Unterstützer Markus H. soll am 16. Juni beginnen. Die Ermittler gehen von einer rechtsextremistischen Motivation der Angeklagten aus.

Insgesamt sieben Verdächtige aus Bayern

Die Durchsuchungen in Bayern waren nach Angaben der Zentralstelle und des LKA Teil einer bundesweiten Aktion mit Durchsuchungen bei 40 Beschuldigten in ganz Deutschland. Mit sieben hatte Bayern im Ländervergleich die meisten Tatverdächtigen - gefolgt von Hessen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen mit jeweils sechs.

Lesen Sie hier: Gewalt gegen Polizisten steigt in München weiter an

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