Müll ist nicht das einzige Problem: So sollen neue Grünflächen-Sheriffs die Natur in München schützen
München - Die meisten Münchner lieben das Grün in ihrer Stadt – nicht nur an der Isar und im Englischen Garten, auch in ihren Vierteln. Trotzdem gehen nicht alle sorgsam mit der Natur um. Zumindest stellt das Umweltreferat fest, dass das "Konfliktpotenzial" in den Naturräumen gestiegen ist. Ab 2025 sollen deshalb zehn ehrenamtliche Naturschutzwachtler die Grünflächen beschützen. Das hat der Stadtrat kürzlich beschlossen. Müll ist dabei nicht das einzige Problem. Manche wissen womöglich gar nicht, dass ihr Verhalten einen Schaden anrichtet. Etwa, wenn sie ihren Hund freilaufen lassen, während Vögel brüten. Oder wenn sie seltene Blumen pflücken.
Voraussetzung ist eine bestandene Prüfung
Die Grünflächen-Guides sollen die Menschen für einen nachhaltigeren Umgang mit der Natur sensibilisieren. Das lässt sich die Stadt 50.000 Euro kosten. Damit sollen die Ehrenamtlichen mit neun Euro pro Stunde entschädigt werden. Außerdem bekommen sie Sicherheitskleidung, Gummistiefel, Fernglas, Diensthandy und eine Stirnlampe. Voraussetzung, um Naturschutzwachtler zu werden, ist, dass man einen Lehrgang und eine Prüfung bei der Bayerischen Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege ablegt.
Ihre wichtigste Aufgabe sei, den Menschen Naturschutzregeln nahezubringen, schreiben die Grünen in einer Pressemitteilung. Aber die Befugnisse gehen weiter: Die Umwelt-Sheriffs dürfen Personalien aufnehmen. Wenn die Person das verweigert, darf der Naturwachtler denjenigen zur Polizei bringen.
Eingesetzt werden die Umweltschützer unter anderem auf der Südlichen Fröttmaninger Heide und im Schwarzhölzl. Weitere Schwerpunkte sollen auf sensiblen Gebieten mit überdurchschnittlich hohem Erholungsdruck liegen, steht in der Beschlussvorlage aus dem Umweltreferat. Ein Team des Baureferats übernimmt bereits ähnliche Aufgaben. Allerdings nur auf den Flächen, die der Stadt gehören und dazu zählen längst nicht alle Naturschutzgebiete. Die Ehrenamtlichen schließen also eine Lücke.
Tiere und Pflanzen sollen nicht unter Druck geraten
Gegen das neue Konzept stimmten CSU, FDP und Die Linke. Vor allem die Grünen freuen sich über den Beschluss: "So schaffen wir es, dass auch in unserer engen Stadt Tiere und Pflanzen in ihren begrenzten Räumen nicht noch mehr unter Druck geraten", sagt Stadtrat Florian Schönemann.
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