Erfolglose Verfolgungsjagd nach München: Drogenkurier schmiert LKA-Beamte aus

Bei der Verfolgungsfahrt nach München scheitern Polizisten an einem simplen Garagentor.
Nina Job |
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Ein Drogenkurier transportierte offenbar zehn Kilo Marihuana von Berlin nach München. Obwohl ihm das LKA auf den Fersen war, konnte er entkommen. (Symbolbild)
Ingo Wagner/dpa Ein Drogenkurier transportierte offenbar zehn Kilo Marihuana von Berlin nach München. Obwohl ihm das LKA auf den Fersen war, konnte er entkommen. (Symbolbild)

München - Ihr Boss nannte sich "Bob der Baumeister" alias der "große Meister": Am Landgericht München beginnt am Donnerstag ein Prozess gegen fünf mutmaßliche Mitglieder einer Drogenbande. (Lesen Sie hier: Ex-Präsident der Musikhochschule München muss 21.000 Euro zurückzahlen)

Eher am Rande wird ein absurd peinliches Detail ans Licht kommen: Bei einer Drogenfahrt von Berlin nach München entwischte ein Kurier (66), der zehn Kilo Marihuana an Bord gehabt haben soll, unmittelbar vor dem Zugriff der Polizei. Der Mann fuhr am 6. März 2017, nachdem er fast 600 Kilometer von der Polizei verfolgt worden war, in der Rablstraße in München in eine Tiefgarage.

Mutmaßlichen Tätern drohen mehrjährige Haftstrafen

Hinter seinem VW-Bus schloss sich das Garagentor wieder. Die Fahnder des Landeskriminalamtes (LKA) Berlin sahen alt aus, der Mann entkam. Für die Verhandlung gegen die fünf Männer (24 bis 62) sind sechs Tage anberaumt. Ihnen drohen mehrjährige Haftstrafen, sie sind wegen Handeltreibens mit Betäubungsmitteln und Beihilfe als Mitglieder einer Bande angeklagt.

Die Männer sollen arbeitsteilig vorgegangen sein. "Bob der Baumeister" warb nach Erkenntnissen der Ermittler die Großkunden an und beschaffte den Stoff aus Spanien, Marokko, Italien und Holland. Seine rechte Hand besorgte die Handys, mit denen die Bandenmitglieder verschlüsselt kommunizierten. Wieder andere waren für Logistik, Finanzen, Verpackung und Organisation zuständig.

Der Fahrer, der zunächst dank Garagentor entkommen konnte, wurde bereits zu zwei Jahren und elf Monaten Haft verurteilt. Die Bande soll mindestens 30 Kilo Gras nach München gebracht haben. Einmal wurde die Ware in einem Buchladen übergeben.

 

Münchner (69) liegt monatelang tot in seiner Wohnung

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