Take That: Und ewig grüßt die Boyband

Früher brachen Take That zu fünft Rekorde und Girlie-Herzen, heutzutage ist die Boyband eher der ironische Hit auf Bad-Taste-Partys. Das hält die auf drei Mann geschrumpfte Truppe aber nicht davon ab, noch ein Album aufzunehmen.
(mia/spot) |
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London - Take That ("Relight My Fire") im Jahr 2014 ist ein bisschen wie eine Zeitreise - allerdings in eine Zeit, in die wohl niemand mehr freiwillig reisen würde. Und aus der man gelernt haben sollte. Take That haben es nicht. Dass die ehemaligen fünf Casting-Freunde mittlerweile zu dritt sind, ist das einzig Neue, das ihr mittlerweile siebtes Album zu verkünden hat. Über die Musik auf "III" gibt es indes nicht viel zu berichten. Aalglatter Popsound, den man nicht einmal gehört haben muss, um ihn auf Konzerten trotzdem mitsingen zu können. Texte, Akkorde, Songaufbau - das sollte selbst fürs Radio im Jahr 2014 zu seicht sein.

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Bestenfalls erinnern die drei Mittvierziger an jüngere Kollegen wie One Direction, schlechtestenfalls an sich selbst vor zwanzig Jahren. Die erste Single "These Days" offenbart diesen Spagat, indem sie sich an einem leichten Dance-Einschlag versucht. Der Rest dieses Albums ist Geschichte, im Sinne von: absolut vorgestrig. Man fragt sich beizeiten, wie es überhaupt möglich ist, ein und denselben Song immer wieder neu zu machen.

Das ist selbst Robbie Williams und Jason Orange mittlerweile zu blöd, die sich nach der großen (höchst lukrativen!) Nostalgie-Reunion-Tour schnellstens aus der Affäre gezogen haben. Machen wir uns nichts vor: Take That gibt es nur noch, weil es ein Name ist, den jeder kennt. Denn tatsächlich waren die Jungs, oder zumindest ihre Marketingstrategie, zu ihrer Hoch-Zeit so etwas wie revolutionär. Sie waren damals ein Phänomen, weshalb es den Kindern der Neunziger auch noch in zehn Jahren Spaß machen wird, zu "Back For Good" im imaginären Regenschauer theatralische Gesten zu machen und dabei an beölte Sixpacks zu denken. An "III" allerdings wird sich dann niemand mehr erinnern.

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