Ralph Siegel über Conchita Wurst: "Tolle Persönlichkeit"
AZ: Grüß Gott, Herr Siegel. Sind Sie aufgeregt?
RALPH SIEGEL (68): Ein bisschen schon. Ich stehe zum ersten Mal seit 32 Jahren wieder selbst auf der Bühne.
Lesen Sie hier. Conchita Wurst: Beim ESC geht es um den Wurst
Sie begleiten die Sängerin Valentina Monetta aus San Marino am Flügel.
Ja, und wir sind sehr stolz und glücklich. Wir haben es ja schon drei Jahre versucht, und als es diesmal geklappt hat mit dem Finale, da lag sie mir wie ein Kind in der Armen. Dabei ist Valentina auch schon 39. Das ist ein wunderbares Gefühl.
Was rechnen Sie sich für Chancen aus?
Ach, das weiß man nicht, wir starten ja erst als vorletzte, es wird ein langer und spannender Abend. Vielleicht gibt’s ja auch ein paar Punkte aus Deutschland.
Die Show hat sich verändert.
Als ich vor 40 Jahren das erste Mal dabei war, siegte Abba vor 500 Zuschauern. Da haben sie die beiden ersten Stuhlreihen ausgebaut. Heute ist alles gigantisch.
Lesen Sie hier: ESC-Finale: Conchita Wurst ist dabei!
Es haben sich aber auch die Teilnehmer geändert. Was sagen Sie zu Conchita Wurst?
Thomas Neuwirth ist ein ganz großartiger Künstler, es ist eine grandiose Show, die Österreicher haben sich viel Mühe gemacht. Conchita Wurst ist eine tolle Persönlichkeit. Ich mag sie sehr gern.
Sie wechseln auch zwischen sie und er.
Naja, es ist ein Mann. Er macht eine Show, wie man sich früher eine Travestieshow vorstellt.
Und die Show ist auch deutlich politischer als früher?
Ach, das machen meistens die Medien. Hinter der Bühne ist doch alles weit harmonischer, als man meint. Ich habe die beiden russischen Mädchen nach den Buhs getröstet und gesagt: Ihr könnt doch nichts dafür, was euer Präsident da macht!
Lesen Sie hier: Conchita Wurst: Bärtige Drag Queen spaltet den ESC