Limp Bizkit beim Rockavaria-Festival in München: Die Konzertkritik
Pyjamahose und XXL-Shirt: Sonntags mag es auch Fred Durst (47) von Limp Bizkit gerne schlabbrig-gemütlich. Die Nu-Metal-Band war überraschend zum Sonntags-Headliner des "Rockavaria"-Festivals geworden, nachdem Campino von den Toten Hosen einen Hörsturz erlitten hat.
Los geht's mit einem freundlichen "Shut the fuck up", gefolgt vom Superhit "Rollin'". "Zwei Songs und sie haben schon fast alles gespielt, was ich von Limp Bizkit kenne", raunt die Begleitung im Tanze. Aber weit gefehlt. Fred Durst und seine Band spielen den Rockavaren ihre wilde Jugend vor und covern, was das Zeug hält.
Harmloser Regen und harter Rock: Das war Tag eins bei Rockavaria
Erinnerungen an die Jugend scheint überhaupt der rockige Faden gewesen zu sein, der sich durch das Booking des Zwei-Tage-Festivals zieht. Auch wenn diese Jugend bei manchem Altrocker und Iron-Maiden-Fan (Samstags-Headliner) ein bisschen länger her ist wie Isarabende mit Ghettoblaster und den Emil Bulls, Therapy und Dog Eat Dog.
Die Donots huldigen die verhinderten Hosen mit der Opel-Gang, so hieß auch das Debütalbum der Altpunker. Die Hosen-Fans aber liegen lieber in der Pyjamahose auf dem Balkon und haben vom Angebot der Veranstalter Gebrauch gemacht, sich das Geld fürs Ticket zurückgeben zu lassen. Wer am Sonntag trotzdem kam, bekommt noch 30 Euro erstattet. Gut ein Drittel gefüllt ist der Königsplatz, keine Band lässt sich anmerken, dass es verdammt leer ist. Wäre auch albern, die Stimmung vor der Bühne ist gelöst bis eskalativ.
Limp Bizkit wird zur Cover-Band
Als Limp Bizkit George Michaels "Faith" spielen, mit "My Generation" weitermachen, "Smells like Teen Spirit" raushauen und das House of Pain hüpfen lassen, fragt man sich zwar schon, ob sie denn keine eigenen Songs haben, genießt aber diesen Abriss cooler Songs, die man schon als Teenie cool fand. Bei "Killing in the Name" ist der Abriss dann perfekt, die kleine Menge tobt. Rage against the Machine auf dem Rockavaria, Hell yeah!
Limp Bizkit haben natürlich auch eigene Songs. "Nookie" singt Fred Durst mit der lässigen Julia aus dem Publikum, zum Abschied noch "Break Stuff" – dann ab ins Bett. Schlafanzug hat der Fred ja schon an.
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