Kinderpornos: Augsburger SPD-Politiker Linus Förster verhaftet!
Augsburg – Erst am Mittwoch hatte der Ausschuss für Verfassung, Recht und Parlamentsfragen die Immunität von Linus Förster aufgehoben, die dieser als Mitglied des bayerischen Landtags genoss. Dieser Schritt war nötig, damit die Ermittlungsbehörden uneingeschränkt in dem Fall recherchieren können. Und er ermöglichte nun auch die Verhaftung Försters, die sein Anwalt Walter Rubach am Freitagmorgen bestätigte.
Laut Informationen der Augsburger Allgemeine soll Förster am Donnerstagabend in der Nähe von Passau festgenommen worden sein. Weshalb sich der Augsburger in Niederbayern aufhielt, ist nicht bekannt.
Zu den genauen Vorwürfen gegen seinen Mandanten wollte sich Anwalt Rubach zunächst nicht äußern.Am frühen Freitagmorgen meldete sich dann allerdings die Staatsanwaltschaft Augsburg zu Wort: Sie ermittelt nun auch wegen Kinderpornografie gegen Förster!
Eine Ermittlungsrichterin habe Haftbefehl wegen schweren sexuellen Missbrauchs einer widerstandsunfähigen Person, wegen Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen, wegen vorsätzlicher Körperverletzung und wegen Besitzes kinderpornografischer Schriften gegen den 51-Jährigen erlassen, teilte die die Staatsanwaltschaft mit. Der Verdacht darauf habe sich unter anderem aus der Untersuchung beschlagnahmter Unterlagen ergeben, sagte Oberstaatsanwalt Matthias Nickolai.
Belastende Datenträger sichergestellt
Zunächst hatte die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen Förster eingeleitet, weil dieser bei einem Bordellbesuch gegen den ausdrücklichen Wunsch der Prostituierte versucht haben soll, den Sexualakt heimlich zu filmen. Als dies aufflog soll es zu einem Streit mit der Prostituierte gekommen sein, der in einer Körperverletzung durch Linus Förster gipfelte.
Im Zuge der Ermittlungen zu diesem Vorfall wurden auch die Wohnung Försters und sein Abgeordnetenbüro durchsucht. Dabei wurden Datenträger sichergestellt, auf denen Fotos nackter, womöglich minderjähriger Frauen gespeichert sein sollen.
Nach Bekanntwerden der Vorwürfe gegen ihn hatte Linus Förster sein Landtagsmandat zum Ende des Jahres niedergelegt, bis dahin ruht es. Zugleich hatte Förster seinen Austritt aus der SPD erklärt. SPD-Landtagsfraktionschef Markus Rinderspacher sagte damals: "Der Rückzug von Herrn Förster ist richtig und notwendig."