Udo Wachtveitl und Miro Nemec feiern "Silberhochzeit"

München - Udo Wachtveitl (55, "Im Schleudergang") und Miro Nemec (60, "Miroslav - Jugoslav") sind am heutigen Sonntagabend wieder als Kommissare Franz Leitmayr und Ivo Batic im "Tatort"-Einsatz. An der Krimi-Reihe arbeiten die beiden Schauspieler schon seit 25 Jahren, den ersten Fall ("Animals", 1991) haben sie im November 1989 gedreht. Somit haben die beiden "praktisch Silberhochzeit", wie Nemec der "Bild am Sonntag" sagt. Eine lange Zeit. Wenn er mal wieder einen alten Fall sehe, merke er schon, wie sie sich verändert hätten, sagt der deutsch-kroatische Schauspieler weiter, "allein äußerlich". Dem hält Wachtveitl entgegen, dass zumindest die Haarfarbe seit einiger Zeit gleich sei.
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Doch nicht nur die Naturhaarfarbe wich dem weißen Schopf, auch die Rollen befreiten sich aus einem "engen Charakterkorsett", so Wachtveitl. "Ich als Südländer musste in vielen Fällen temperamentvoll sein und die Fäuste gebrauchen", erinnert sich der in Zagreb geborenen Nemec. "Und ich musste immer etwas zurückgenommener und rationaler sein", ergänzt Wachtveitl.
Die Rollen entwickelten sich, doch eine weibliche Kollegin ist anders als bei den meisten anderen "Tatort"-Teams noch immer nicht dauerhaft in Sicht. Das sei schon fast ein schützenswerter Anachronismus, findet Wachtveitl. "So lange wir keinen Männerkitsch machen, ist das schon okay." Mit Männerkitsch meint er einen Kommissar à la Schimanski (Götz George), der so gar nichts vom ordentlichen Ordnungshüter hatte. Nichts über Schimanksi: "Wir Krimi-Leute müssen der Figur sehr dankbar sein", sie habe vieles möglich gemacht, sagt Nemec der "BamS". Davor sei der gängige Ermittler so gewesen wie Erik Ode als "Der Kommissar".
Dass sie alles andere als gängige Ermittler-Typen sind, beweisen Leitmayr und Batic in wenigen Stunden wieder im "Tatort: Der Wüstensohn" (Das Erste, 20.15 Uhr).