"Tatort: Zugzwang": Tod eines Gerichtsmediziners

Im Münchner "Tatort: Zugzwang" stirbt der langjährige Gerichtsmediziner Dr. Matthias Steinbrecher einen bühnenreifen Heldentod. Kein Wunder, Robert Joseph Bartl, der Schauspieler hinter der Rolle, ist ein renommierter Theatermann.
(tj/spot) |
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"Tatort"-Gerichtsmediziner Steinbrecher, seit 2014 verkörpert von Robert Joseph Bartl.
"Tatort"-Gerichtsmediziner Steinbrecher, seit 2014 verkörpert von Robert Joseph Bartl. © BR/Bavaria Fiction GmbH/Linda Gschwentner

In ihrem viertletzten Fall kommen die Münchner Kommissare Leitmayr (Udo Wachtveitl, 66) und Batic (Miroslav Nemec, 70) nur knapp mit dem Leben davon. Weniger Glück hat ihr langjähriger Gerichtsmediziner Dr. Mathias Steinbrecher (Robert Josef Bartl, 52) - in dem tödlichen Ränkespiel bei einem internationalen Schachturnier wird er mit Nervengift ins Jenseits befördert. Wie es scheint, müssen Kommissare und Zuschauer fortan ohne den charaktervollen Sidekick auskommen.

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Dr. Steinbrechers Abgang in diesem actionreichen Sonntagskrimi könnte heldenhafter und eindringlicher nicht sein: Um einem amerikanischen Schach-Ass das Leben zu retten, entreißt er diesem in letzter Sekunde eine mit dem Nervengift Nowischok kontaminierte Pipette, die fatalerweise in seiner Hand zerbricht und ihn selber mit der tödlichen Substanz in Kontakt bringt.

Theatralischer Todeskampf vor dem Badezimmerspiegel

Als Gerichtsmediziner weiß er genau, dass er nun nur noch wenige Minuten zu leben hat. Diese nutzt sein Darsteller Robert Joseph Bartl zur Darstellung eines eindrucksvoll-verzweifelten Todeskampfes vor einem Badezimmerspiegel, in dem er alle Register seiner Schauspielkunst zieht. Am Ende dieser Performance liegt der Gerichtsmediziner tot auf den Fliesen, die herbeigerufenen Sanitäter können leider nichts mehr für ihn tun.

Dass Bartl sein mutmaßlicher Serien-Tod derartig beeindruckend gelingt, hat nicht zuletzt damit zu tun, dass er als Schauspieler vor allem in der Welt des gehobenen Theaters zu Hause ist, wo er zu den renommiertesten und originellsten Akteuren zählt.

Beeindruckende Bühnenkarriere

Der 1973 im bayerischen Garmisch-Partenkirchen geborene Künstler mit den eindrucksvollen Augenbrauen wurde in den 1990ern am Wiener Max-Reinhardt-Seminar unter anderem bei der Film-Legende Klaus Maria Brandauer (81) und dem Star-Pantomimen Samy Molcho (88) zum Schauspieler ausgebildet. Danach führten ihn seine Engagements über das Burgtheater Wien, das Schauspiel Frankfurt und das Bayerische Staatsschauspiel schließlich an das Wiener Theater in der Josefstadt, wo er seit der Spielzeit 2019/2020 festes Ensemblemitglied ist. Dort steht er derzeit in einer Inszenierung des John-Steinbeck-Klassikers "Von Menschen und Mäusen" auf der Bühne.

Seit 2014 im Münchner "Tatort" dabei

Seit der Jahrtausendwende unternahm Bartl immer wieder Ausflüge in die Fernsehwelt, wo er in Formaten wie "Die Rosenheim-Cops" oder "Polizeiruf 110" mitwirkte. Ab 2014 stieg er dann in der Rolle des Gerichtsmediziners und Opernliebhabers Dr. Mathias Steinbrecher fest beim Münchner "Tatort"-Team ein.

Der Tod des von Bartl verkörperten Gerichtsmediziners scheint im Zusammenhang mit dem angekündigten Abschied seiner kriminalistischen Vorgesetzten zu erfolgen. Nach 35 Jahren und 100 gelösten Fällen werden sich die beliebten "Tatort"-Kommissare Ivo Batic und Franz Leitmayr 2026 vom Dienst verabschieden. Ihre Nachfolge übernimmt ihr treuer junger Kollege Kalli Hammermann (Ferdinand Hofer, 31) zusammen mit dem schauspielerischen Neuzugang Carlo Ljubek (48).

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