So war der "Tatort: Adams Alptraum"

Striesows neue Klangfarbe - der "Tatort: Alptraum" über Hass-Mob im Internet. Lesen Sie hier die TV-Kritik der Abendzeitung.
Volker Isfort |
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War der ermordete Schwimmtrainer Päderast? Kommissar Stellbrink (Striesow) hofft, dass ihm der kleine Finn weiterhelfen kann.
War der ermordete Schwimmtrainer Päderast? Kommissar Stellbrink (Striesow) hofft, dass ihm der kleine Finn weiterhelfen kann.

Striesows neue Klangfarbe - der "Tatort: Alptraum" über Hass-Mob im Internet. Lesen Sie hier die TV-Kritik der Abendzeitung.

Es geht doch! Die verheerende Kritik am Saarbrücker „Tatort“ mit dem Gummistiefel-Kommissar Jens Stellbrink (Devid Striesow) hat offenbar Wirkung gezeigt. Denn Regisseur Hannu Salonen inszeniert seinen dritten Fall im Saarland deutlich weniger schrill. Das passt auch zum Inhalt: „Adams Alptraum“ (Buch: Lars Montag und Dirk Kämper) ist ein düsterer Krimi, über das, was pasieren kann, wenn sich der Hass aus dem anonymen Netz in reale Gewalt verwandelt.

Der Schwimmtrainer Sven Haasberger (Markus Hoffmann) wird von vermummten Männern fast zu Tode geprügelt, nur Minuten nachdem er öffentlich für sein ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet wurde. Im Netz allerdings ist er als Kinderschänder diffamiert worden. Und was den anonymen Shitstorm betrifft, damit kennen sich die „Saarbrücker „Tatort“-Macher nun nach leidvoller Erfahrung bestens aus.

Man wartet fast gebannt auf die Mätzchen von Kommissar Stellbrink, die diesmal aber gar nicht stattfinden. Im Team mit der bärbeißigen Kommissarin Lisa Marx (Elisabeth Brück) offenbart er sich als Meister der feinfühligen Psychologie. Wofür Therapeuten Monate brauchen, das schafft der Kommissar in wenigen Szenen, Kinderseelen sind für ihn ein offenes Buch.

Auch wenn nicht alles schlüssig wirkt in diesem „Tatort“ der vielen falschen Fährten, so ist doch eines klar: Die neue Ernsthaftigkeit steht Stellbrink gut, und hindert Devid Striesow keineswegs daran zu beweisen, dass er ein außergewöhnlicher Schauspieler ist. Elisabeth Brück allerdings könnten Autoren künftig ruhig mal ein Lächeln erlauben.

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