So war der "Polizeiruf 110" aus Rostock: Die AZ-Kritik
Das Rostocker Kommissar-Team Buckow & König (Charly Hübner und Anneke Kim Sarnau) fackelt nicht lange und setzt einen groben Keil auf jeden groben Klotz, wenn ihnen einer dumm kommt.
Aber der „Polizeiruf 110“ hält es nach „Tatort“-Art mit der Krimi-Mode der privaten Attacken und setzt in dem Stalker-Drama „Liebeswahn“ (Buch & Regie: Thomas Stiller, ARD/NDR) dem gutmütigen Buckow eine bösartige Stalker-Klette in den Nacken: Die gemeingefährliche Ärztin weiß alle zu täuschen und fällt auch über Buckows Familie und Teamkollegin König her.
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Das Rätelraten um die anonymen Anrufe und ein verstümmeltes Mordopfer ist jedoch in seinem Spannungseffekt begrenzt und lässt die Angst-Atmosphäre vor der kriminalistischen Auflösung bald abschlaffen.
Ein ewig klingelndes Telefon, die Andeutungen in neurologische und psychopathologische Richtung lassen bald ein konventionelles Psycho-Muster erkennen. Als übersättigter Krimizuschauer ist man da kaum noch zu überraschen.
Warum aber die ausufernden Gewaltszenen eine Woche nach dem aus Jugendschutzgründen ins Nachtprogramm verschobenen Kölner „Tatort: Franziska“ hier „ungeahndet“ blieben, ist mehr als nur ein kriminalistisches Rätsel.
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