Wer kann Vettel stoppen?

Nach dem Sepang-Sieg fürchtet die Konkurrenz den jungen Deutschen. Ferrari, Mercedes und McLaren wollen seine Dominanz brechen.
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Sebastian Vettel wirkte überwältigt, als er am Sonntag das Rennen in Malaysia gewann. Tatsächlich aber scheint der Sieg kein Zufall zu sein. Vettel dominiert derzeit die Formel 1.
dpa Sebastian Vettel wirkte überwältigt, als er am Sonntag das Rennen in Malaysia gewann. Tatsächlich aber scheint der Sieg kein Zufall zu sein. Vettel dominiert derzeit die Formel 1.

Nach dem Sepang-Sieg fürchtet die Konkurrenz den jungen Deutschen. Ferrari, Mercedes und McLaren wollen seine Dominanz brechen.

MÜNCHEN Es ist beinahe beängstigend, wie Sebastian Vettel derzeit die Formel 1 dominiert. Hätte seine „lüsterne Liz“, wie der 22-Jährige seinen Dienstwagen genannt hat, in den ersten zwei Rennen nicht gezickt (im ersten Rennen konnte Vettel wegen einer defekten Zündkerze nur als Vierter die Ziellinie überfahren, im zweiten stoppte ihn eine kaputte Radmutter) – Vettel würde die Wertung wohl mit drei Siegen und 75 Punkten anführen.

Doch auch so ist der Red-Bull-Pilot spätestens nach seinem Sieg am Sonntag in Malaysia und dem Sprung auf Platz drei der WM-Wertung der absolute Top-Favorit auf den Titel. Sein Red Bull ist schon jetzt das schnellste Auto im Feld, für den Europa-Auftakt in Barcelona (9.Mai) hat der Rennstall noch eine große Ausbaustufe angekündigt. „Klar, die anderen entwickeln auch weiter, aber wir hoffen, dass wir einen noch größeren Schritt machen können als die“, sagt Vettel.

Und wenn der Red Bull hält, scheint sogar ein Durchmarsch Vettels möglich. Seinen Teamkollegen Mark Webber hat Vettel im Griff – und die Rivalen aus den anderen Rennställen haben allesamt Probleme. Weit größere als Vettel:

Ferrari:

Felipe Massa führt die WM-Wertung derzeit an, Fernando Alonso liegt punktgleich mit Vettel auf Rang drei. Aber die Scuderia hat ein Problem mit dem Motor. Der soll im Vergleich zum Mercedes und Vettels Renault zu durstig sein. Und am Sonntag gingen gleich drei Ferrari-Motoren in Rauch auf: Beide Motoren beim Kundenteam Sauber und kurz vor Rennende auch noch Alonsos Triebwerk.

McLaren-Mercedes:

Das F-Schacht-System, das die Autos in den Geraden schneller macht, ist eine kleine Aerodynamik-Revolution, um die alle Rennställe McLaren beneiden. Das Team um Lewis Hamilton und Jenson Button ist immer eine Bedrohung. Aber der stärkere Fahrer, Lewis Hamilton, leidet an Schwankungen. In Australien maulte er über die Taktik seines Teams, in Malaysia fügte er sich der unglücklichen Qualifikations-Taktik McLarens, anstatt, wie es Michael Schumacher früher gemacht hätte, eigenmächtig die Marschroute zu bestimmen. Und Button ist zwar sehr stark und konzentriert, schont schön die Reifen, aber er hat nicht diesen Tempoüberschuss, mit dem Hamilton eigentlich alle Rivalen in Grund und Boden fahren müsste. Alle, außer Vettel.

Mercedes-Grand-Prix:

Ein Aufwärtstrend bei den Silberpfeilen ist unverkennbar. Mercedes hat schon in den letzten drei Rennen den größten Schritt gemacht und bewegt sich „Schritt für Schritt nach vorne“, wie Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug sagt. Und Michael Schumachers Kollege Nico Rosberg ist derzeit ein Muster an Effizienz, der das bestmögliche aus dem Silberpfeil herausgeholt hat – und nach dem ersten Podiumsplatz am Sonntag mit vier Punkten Rückstand WM-Vierter ist. „Nico liefert seine Leistungen ab und macht einen guten Job - und zwar tadellos", lobt Haug. Um Vettel angreifen zu können, muss der Silberpfeil aber noch deutlich besser werden. Und Schumacher scheint noch zu sehr mit sich selbst beschäftigt.

P. Hesseler, F. Cataldo

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