Wette auf Weigl – So rettet der Youngster den TSV 1860
München – Seit Wochen hoffen und bangen die Löwen-Fans. Reicht es doch noch mit dem Klassenerhalt? Was, wenn es schief geht? Das Drittliga-Horrorszenario: Ist 1860 eine Klasse tiefer überhaupt überlebensfähig? Die Antwort lautet: ja! Weil der TSV sich mit Borussia Dortmund auf einen ungewöhnlichen Deal geeinigt hat.
Die AZ weiß: Löwen-Juwel Julian Weigl wechselt für eine Ablöse von rund 2,5 Millionen Euro in den Ruhrpott. Egal, ob der TSV die Klasse hält oder absteigt. Und das, obwohl Weigls eigentlich bis 2017 dotierter Vertrag im Falle eines Abstiegs nicht mehr gültig und der Spieler somit ablösefrei gewesen wäre. Diese Klausel hatte sich der 19-Jährige in den Vertragsverhandlungen noch zu Zeiten von Ex-Sportdirektor Florian Hinterberger zusichern lassen.
Nach AZ-Informationen ging Dortmund auf eine Wette mit Sportchef Gerhard Poschner ein. Die Borussia wollte Weigl unbedingt verpflichten und wäre auch bereit gewesen, die im Vertrag verankerte fixe Ablösesumme in Höhe von 3,5 Millionen Euro zu bezahlen. Im Falle eines Abstiegs der Löwen hätten sie Weigl aber ablösefrei bekommen, der TSV wäre leer ausgegangen und hätte erhebliche Probleme gehabt, die Auflagen des Deutschen Fußball-Bundes zu erfüllen, um nächstes Jahr in Liga drei spielen zu dürfen. Also stimmte der BVB zu, für Weigl in jedem Fall eine Ablöse von rund 2,5 Millionen Euro zu zahlen – egal, in welcher Liga 1860 in der kommenden Saison spielen wird.
Damit geht der TSV zwar das Risiko ein, im Falle des Klassenerhalts rund eine Million Euro weniger Ablöse zu kassieren. Die Wette auf Klassenerhalt oder Abstieg, die Dortmund einging, sichert 1860 im Gegenzug aber nicht weniger als das Überleben im Falle der Drittklassigkeit. Die "tz" hatte berichtet, 1860 drohe Weigl im Abstiegsfall ablösefrei zu verlieren. Poschner wollte auf AZ-Nachfrage den Transfer nicht als perfekt vermelden, ließ aber zumindest wissen: „Ich kann bestätigen, dass uns Julian Weigl in keinem Fall ablösefrei verlassen würde, unabhängig von der Ligazugehörigkeit.“