TSV 1860 München: Der Aufstieg zeigt auch das größte Löwen-Problem
München - Dieter Reiter (SPD) hat gewissermaßen Druck auf sich selbst aufgebaut, als der Oberbürgermeister von München dem TSV 1860 nach der erfolgreichen Relegation gegen den 1. FC Saarbrücken zum Aufstieg gratulierte.
In der letzten Saison in der Regionalliga Bayern sei bei den Löwen ein "besonderer Geist entstanden, den man in ganz Giesing spüren konnte und der dieses Stadtviertel einfach ausmacht", erklärte der Stadtvater in seinem Glückwunschschreiben an Oberlöwe Robert Reisinger. Und weiter: "Die Löwen und Giesing gehören einfach zusammen."
Mehr Kapazität für TSV 1860
15.000 Zuschauer - so viel Kapazität bietet die Stadt München dem TSV 1860 nach Renovierungsarbeiten in der kommenden Spielzeit in der Dritten Liga. Das Fassungsvermögen wird damit um 2.500 Plätze gesteigert. Und: Das Interesse an den Sechzgern ist ungebremst!
Das zeigten nicht zuletzt die spektakulär ausgelassenen Feierlichkeiten im und um das Grünwalder Stadion unmittelbar nach dem Aufstieg. Doch besagter Aufstieg dokumentierte auch das vielleicht größte Löwen-Problem - das Grünwalder ist zu klein für höhere Ziele und Ambitionen.
Michael Scharold schloss Olympiastadion nicht aus
Seit dem Auszug aus der ungeliebten Arena in Fröttmaning wird darüber diskutiert, wo die Sechzger denn spielen sollten, würden sie sogar wieder in die Zweite Liga zurückkehren. Eine Lösung ist bisher nicht gefunden. Schon länger spielt das Olympiastadion eine Rolle in langfristigen Überlegungen, der Olympiapark signalisierte Gesprächsbereitschaft, Ex-Geschäftsführer Markus Fauser und Nachfolger Michael Scharold schlossen das Szenario nicht aus.

Doch die Botschaft der Löwen-Fans ist mehrheitlich und eindeutig: Viele wolle ihr geliebtes Giesing nicht mehr verlassen, am liebsten nie wieder. Wiederholt hatten Reiter und das zuständige Sportreferat in der Vergangenheit auf Anfrage der AZ erklärt, dass das Grünwalder Stadion jedoch an seine Kapazitätsgrenzen gestoßen sei.
Lösungen von Löwen-Führung erwartet
Den Löwen wiederum geht sehr wahrscheinlich auch bereits in der Dritten Liga richtig Geld verloren, weil etwa auch die Relegation zeigte, dass Ticketnachfragen bei weitem nicht erfüllt werden können. Beim Kartenverkauf zum Rückspiel brach innerhalb kürzester Zeit das Online-Ticketing wegen der Fülle der Anfragen zusammen. Nur ein Beispiel.
Und so wird zu den drängenden Aufgaben in den kommenden Wochen vor allem auch eine gehören: Wo spielt der TSV 1860 in Zukunft? In einem vielleicht doch ausgebauten Grünwalder Stadion? Woanders? Von der Löwen-Führung werden Antworten auf diese Frage erwartet werden. Zumindest daran gibt es auch in Giesing keine Zweifel.
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