Neu-Löwe Philipp: Tore am Fließband und Aufnahme in die Riege prominenter Trikot-Opfer beim TSV 1860
Windischgarsten - Wenn sich bei den Löwen bei der Beschriftung der Leiberl mal wieder ein Fehlerteufelchen eingeschlichen hat: Neuzugang David Philipp, den man mit einem "l" in der Mitte und zwei "p" am Ende schreibt, darf sich in eine Reihe mit Ex-Löwen wie Julian Weigl, Aaron Berzel und Joseph Boyamba stellen.
Beim Testspiel des TSV 1860 gegen den österreichischen Erstligisten Blau-Weiß Linz (1:1) am Dienstag konnte sich Neulöwe Philipp nicht nur in die Torschützenliste eintragen, im zweiten Testspiel der Sechzger-Vorbereitung bereits zum zweiten Male. Der Offensivspieler trug dabei ein Trikot mit der Aufschrift "Phillip" – wie der aufmerksame Leser nun längst weiß, hat der TSV bei der Beflockung scheinbar eine "L-P-Schwäche" erlitten.
Bei Weigl, dem jüngsten Kapitän in Sechzigs langer und illustrer Vereinshistorie, war einst ein "e" in den Namen gerutscht, Boyamba fälschlicherweise in "Bombaya" umgetauft worden. Berzel wurde kurioserweise kurzzeitig zum "Brezel" erklärt, was dem TSV ein bisserl Spott, aber auch eine Menge Spaß und ein versteigertes Trikot einbrachte. Auch jetzt durften sich Zeugwart Norbert "Steges" Stegmann und Co. den ein oder anderen Spruch anhören, doch tags darauf war der Verschreiber schon wieder legendär – und im zweiten Test des Trainingslagers in Windischgarsten gegen den französischen Erstligisten Racing Strasbourg (2:1) schon wieder behoben.
Giannikis über Philipp: "Ein zielstrebiger Spieler, der eine hohe Qualität hat"
Womit wir bei den Toren des neuen Offensivmannes der Blauen wären: Das 1:0 beim Mühsam-Test gegen Kreisligist Sulzemoos (4:1), das 1:0 gegen Linz und auch das 1:0 gegen die Franzosen - Philipp liefert schon zu Beginn der Vorbereitung. "Tore tun gut. In Sulzemoos haben wir verpasst, mehr Tore zu schießen, gegen Linz waren wir zielstrebiger", fing Giannikis auf AZ-Anfrage an, um den gebürtigen Hamburger dann zu loben: "David ist ein zielstrebiger Spieler, der eine hohe Qualität hat."
Qualität, die der 24-Jährige nicht nur in Tore ummünzen konnte, er gefiel auch durch seine Variabilität. Eine Stärke, die den Sechzgern in der neuen Spielzeit 2024/25 grundsätzlich zugute kommen soll. "Wir wollen variabel sein. Es geht dabei um Verhaltensweisen: Wir wollen aktiv nach vorne spielen", erzählt Giannikis: "Die Stärken des Kaders wollen wir möglichst mit dem Konkurrenzgedanken auf den Platz bringen" Was das im Hinblick auf Sechzigs zumeist praktiziertes 4-2-3-1-System heißt, das künftig eher ein 4-4-2 werden könnte? Giannikis dazu: "Wir können mit einer oder zwei Spitzen spielen und sind sehr variabel aufgestellt."
David Philipp als offensive Allzweckwaffe des TSV 1860
Wie Sport-Geschäftsführer Christian Werner zudem im AZ-Interview ergänzte, könne Philipp "auch als falsche Neun auflaufen." Eine Rolle, die der Flügelspieler aber eher im Notfall denn in der Regel ausüben dürfte. Eigentlich ist er im Mittelfeld, hinter der Spitze oder auf Rechtsaußen zuhause. Jedenfalls scheinen ihn die Löwen durch seinen Mix aus seinen fußballerischen Fähigkeiten und seiner Vielseitigkeit in einer Schlüsselrolle zu sehen.
An vorderster Front hat 1860 mit dem Ex-Hachinger Patrick Hobsch und dem Neuzugang vom Schweizer Erstligisten FC St. Gallen, Fabian Schubert, gleich zwei Kandidaten. Nicht zu vergessen Maximilian Wolfram, der ebenfalls als Stürmer oder offensiver Mittelfeldspieler auflaufen kann. "Plus Otti", zählt Giannikis noch auf und meint Junglöwe Raphael Ott (18): "Er wird mit Sean Dulic fest oben eingeplant. Otti ist sehr, sehr vielversprechend, wir wollen diese Jungs fordern und fördern." Ihre Namen stehen jedenfalls schon mal richtig auf ihren Rücken.
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