1860: Am Ende jubelt Frau Seehofer
INGOLSTADT - Der Ministerpräsident und seine Karin fieberten beim 3:2 der Löwen in Ingolstadt getrennt mit.
Elf Minuten vor Schluss musste der prominenteste Anhänger der Ingolstädter Schanzer dann weg. 79 Minuten lang hatte Horst Seehofer auf der engen Tribüne im kleinen Ingolstädter Tuja-Stadion mit seiner Lieblingsmannschaft mitgezittert. „Ingolstadt braucht die Punkte dringender als 1860", hatte der Ministerpräsident in der Halbzeitpause der AZ gesagt.
Gleichzeitig verriet der Ministerpräsident aber auch, dass er durchaus auch mal eine Schwäche für die Löwen gehabt hätte. „In meiner Jugend hat mein Herz für 1860 geschlagen, ich habe die Löwen sehr bewundert, als sie Meister wurden", hatte Seehofer gesagt. Letzte Woche erst hatte er zufällig Meisterlöwe Fredi Heiß getroffen, „wir haben uns sehr schön über die alten Zeiten unterhalten."
Insgesamt muss Seehofer, der in seiner Jugend im heutigen Tuja-Stadion selbst Feldhandball spielte, ein eher wankelmütiger Fan gewesen sein. Als die Liebe zum Löwen abflachte, wandte sich sein Herz dem 1. FC Nürnberg zu. „Als Max Merkel dort Trainer war und der Club Meister wurde, war ich Club-Anhänger", verriet Seehofer.
Noch später dann wurde der Landesvater gar zum Bayern-Fan. Zum Leidwesen seiner Familie. Seehofer: „Meine Frau kommt aus einer Sechzger-Familie. Die Liebe zum Löwen hat sie auch unseren Kindern eingeimpft."
Gestern verfolgten Herr und Frau Seehofer das 3:2 der Löwen in Ingolstadt getrennt. Karin Seehofer saß auf der Ehrentribüne einige Meter und Plätze getrennt von ihrem Gatten – in der Nähe von Löwen-Vizepräsident und SPD-Landtagsfraktionschef Franz Maget. Manchmal schmiedet der Fußball eben komische Allianzen. fil, og.