Per E-Mail: Morddrohung gegen Maze

Beim Skiclub ging eine anonyme Nachricht ein. Die Slowenin sagt: „Ich kann nur lachen”
Thomas Becker |
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Skistar Tina Maze.
dpa Skistar Tina Maze.

GARMISCH-PARTENKIRCHEN Ein bisschen kitschig war die Szenerie: weißblauer Kaiserwetterhimmel über der Zugspitze, frühlingshafte Temperaturen. Die zwei Männer in Jeans und schwarzem Anorak fielen in dem Idyll gar nicht weiter auf. Nur ab und zu sprachen sie etwas merkwürdig in ihre Hand hinein und schauten verdächtig oft ins Publikum statt auf die Super-G-Strecke. Das Rennen interessierte sie nicht: Die Herren waren bei der Arbeit – als Personenschützer für Tina Maze. Gegen die hatte es am Samstagabend eine Morddrohung gegeben.


Am Morgen hatte die Slowenin noch die Abfahrt auf der Kandahar gewonnen und sich damit in die Geschichtsbücher eingetragen. 2024 Punkte im Gesamtweltcup: Der Rekord von Hermann Maier war geknackt. Eigentlich ein Grund zum Feiern. Doch dann der Schock: Beim Skiclub Garmisch, dem Veranstalter der Rennen, ging eine anonyme Morddrohung per E-Mail ein. Das Landeskriminalamt wurde eingeschaltet, die 29-Jährige erhielt bereits bei der Siegerehrung am Samstagabend Polizeischutz.

Auch bei der Strecken-Besichtigung am Sonntag wurde sie von zwei Beamten in Zivil begleitet. „Das ist komisch, ich kann nur lachen. Weiter will ich darüber nicht sprechen. Das war ein normaler Tag im Büro”, sagte Maze nach dem Rennen, „ich habe mich noch nie im Leben so sicher gefühlt.” Kollegin Maria Höfl-Riesch zeigte sich dagegen geschockt: „Das ist brutal. So etwas ist schrecklich, das hat im Sport nichts zu suchen, das hat nirgendwo etwas zu suchen.”
Und Olympiasieger und Fernseh-Experte Markus Wasmeier meinte: „Es ist erschreckend, was für Wahnsinnige da draußen frei rumlaufen.”


Peter Fischer, Chef des Organisationskomitees, sagte: „Wir bedauern das sehr. Das ist sehr, sehr ernst. Es ist schade, dass es so etwas gibt, aber wir gewährleisten den Schutz. Wir haben die Polizei benachrichtigt, die die Email auf Ernsthaftigkeit geprüft hat. Wir müssen sicherstellen, dass sie wieder gesund nach Hause kommt.”


Wobei: Da das nächste Rennen der Frauen kommendes Wochenende in Ofterschwang im Allgäu stattfindet, kann es auch sein, dass Maze noch ein paar Tage zum Trainieren in Garmisch bleibt. Aus der Sicht von Fischer sei das kein Problem: „Das zeigt, dass sie sich wohl fühlt bei uns.”

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