Olympia-Witwen für Münchner Bewerbung
Israels IOC-Mitglied Alex Gilady sprach mit den Angehörigen der Opfer des Atentats 1972 in München. "Sie denken, dies könnte eine goldene Möglichkeit bieten, ihrer Angehörigen ehrwürdig zu gedenken, die in München getötet wurden.“
Die Witwen der beim palästinensischen Terroranschlag 1972 in München ermordeten Israelis würden eine Olympia-Bewerbung der bayerischen Metropole für die Winterspiele 2018 durchaus begrüßen. „Ich habe selbst den Witwen von München die Perspektiven erläutert. Sie denken, dies könnte eine goldene Möglichkeit bieten, ihrer Angehörigen ehrwürdig zu gedenken, die in München getötet wurden“, sagte Israels IOC-Mitglied Alex Gilady in einem Interview der Tageszeitung „Die Welt“. Die Witwen und Kinder hätten zwar kein Stimmrecht, aber einen „moralischen Standpunkt“, betonte der 66-Jährige.
Gilady glaubt, dass der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) einen „exzellenten Job macht, den Fall genauso vorzutragen: In das Olympiastadion von München zurückzukehren unter der olympischen Flagge und der olympischen Fackel erzeugt einen sehr speziellen Moment“. Die Tragödie der Spiele von 1972 sei aus seiner Sicht kein „Ausschlusskriterium“ für eine neuerliche Bewerbung. „Ich glaube nicht, dass sie ein Hindernis darstellt“, betonte der Israeli.
Bei dem Überfall eines palästinensischen Terrorkommandos auf die israelische Olympia-Delegation während der Sommerspiele 1972 waren insgesamt 15 Menschen ums Leben gekommen. Neun israelische Geiseln, ein deutscher Polizist und fünf Terroristen starben im olympischen Dorf und später bei der missglückten Befreiungsaktion auf dem Flughafen Fürstenfeldbruck.