Youtube-Video: Grindels peinlicher Auftritt

Das Internet vergisst nichts: Das ist Reinhard Grindel spätestens jetzt auch klar. Der designierte DFB-Präsident fällt mit einem merkwürdigen Youtube-Video auf - und ist nicht unumstritten.
von  az/sid
Reinhard Grindel soll den Deutschen Fußball-Bund aus der Krise führen.
Reinhard Grindel soll den Deutschen Fußball-Bund aus der Krise führen. © dpa

München - Reinhard Grindel ist Politiker. Durch und durch. Wer im Internet nach dem Mann, der laut der DFB-Landesverbände den Deutschen Fußball-Bund als neuer Präsident aus der Krise führen kann und soll, sucht, der landet viele Treffer - viele davon sind, nun ja, erstaunlich, nur wenige haben aber mit Fußball zu tun.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete aus Rotenburg/Wümme macht in mit viel Musik unterlegten Videos Werbung in seinem Wahlkreis, er berichtet auf seiner Internetseite aus Berlin und von politischen Themen. Erst seit 2013 ist der Familienvater Schatzmeister beim DFB und stand eher in der zweiten Reihe beim Weltmeister-Verband, zuvor war Grindel knapp drei Jahre der Anti-Korruptionsbeauftragte.

In besagtem Youtube-Video liest Grindel Kindern vor, nickt Pferdekennern wissend zu, begrüßt jeden seiner Mitarbeiter persönlich mit einem freundlichen Händedruck, geht mit der Ehefrau im Grünen spazieren. "Komm' mit ins Abenteuerland..."

 

 

Gerade im Profifußball ist er alles andere als unumstritten. Ein Mann zwar ohne Stallgeruch - aber eben auch einer ohne großes Profil im Weltfußball. In seiner heimischen Kreiszeitung wurde der 54-Jährige zuletzt als "innenpolitischer Hardliner mit Ellenbogen-Mentalität", als "Machtmensch und Quereinsteiger" beschrieben.

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Die Runde machte die Anekdote, dass Grindel kurz vor der vergangenen Wahl die Löschung eines Fernsehbeitrags über seinen politischen Gegner durchgesetzt hatte. Aus seiner politischen Vergangenheit in Berlin ist bekannt, dass sich Grindel ausgerechnet bei der Verabschiedung eines Gesetzes zur Abgeordnetenbestechung enthielt - als einer von nur sieben Politikern. "Im Mittelpunkt unserer gemeinsamen Arbeit müssen die Konsequenzen aus der Affäre um das WM-Organisationskomitee 2006 stehen.

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Diese notwendige Arbeit in der Sache sollte nicht von einer Diskussion über Personen überlagert werden", hatte der CDU-Politiker am vergangenen Dienstag gesagt, als sein Hut von den 21 Landesverbänden, die bei einer Wahl zwei Drittel der Stimmen in sich vereinen, in den Ring geworfen wurde.

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Intern soll es beim DFB eine Vereinbarung zwischen Grindel und Ex-Präsident Wolfgang Niersbach sowie DFB-Generalsekretär Helmut Sandrock gegeben haben, die besagt, dass Grindel zukünftig parteipolitisch umstrittene Themenfelder nicht in den Mittelpunkt seiner politischen Arbeit stellen, sondern sich vielmehr sportpolitischen Fragestellungen zuwenden werde. Grindel bestreitet das vehement. Das birgt Brisanz.

Der frühere Journalist und Leiter des ZDF-Büros in Brüssel würde im Falle seiner Wahl wohl als ehrenamtlicher Präsident antreten, so wie vor ihm Niersbach, der aber mit vorgezogener Betriebsrente bestens verdient hatte.

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