WM-Auslosung - die Töpfe im Check
Doha - Pelé hat abgesagt. Der wohl größte Fußballer aller Zeiten hat Angst, mit einem unbedachten Griff Unglück über sein Land zu bringen. "Ich fühle mich nicht wohl dabei, einen Ball zu ziehen, und plötzlich ist der Weg Brasiliens ungünstig", begründete der dreimalige Weltmeister in São Paulo seine Absage, bei der WM-Auslosung am Freitag (ab 17.55 Uhr, ARD) im "Exhibition and Convention Centre" von Doha. Er will lieber nicht die Glücksfee spielen.
Lothar Matthäus ist Deutschlands Glücksfee
Lothar Matthäus ist da aus einem anderen Holz geschnitzt, ist eher der Typ stabile deutsche Eiche. Der Rekordnationalspieler des DFB wird wie immer ordentlich hinlangen, auch auf die Gefahr hin, dass der Weg des deutschen Teams dann plötzlich ungünstig aussehen sollte. Ein Loddamaddäus kennt keinen Schmerz.
Es könnte schmerzhaft werden
Und schmerzhaft könnte es für Hansi Flicks Mannen in der Tat werden. Die Augen der Fußball-Fans werden am Freitagabend auf vier Töpfe gerichtet sein, von denen aus die Namen der 32 teilnehmenden Nationen in acht andere Töpfe wandern. Klingt banal, ist es aber nicht.
Deutsche Nationalmannschaft: Nur der zweitbeste Topf
Denn: Da Team Germany aufgrund seiner Weltranglistenposition (Platz zwölf) nicht im Besten-Topf, sondern nur im zweitbesten Topf gelandet ist, könnte es für Manuel Neuer & Co. schon sehr früh im Turnier sehr ungemütlich werden. Denkbar ist nämlich, dass es "Die Mannschaft" bereits in der Vorrunde mit einem der Herren Super-Stars Mbappé, Messi, Neymar oder Harry Kane zu tun bekommt.
Das Gastgeber-Team gilt als Hauptgewinn
Vielleicht auch mit diesem Cristiano Ronaldo. Oder dem anderen Weltfußballer: Will sagen: Die Wahrscheinlichkeit, dass es gleich zu WM-Beginn in der Wüste ganz schön heiß her gehen wird, ist verdammt hoch. Als Glückslos und Hauptgewinn aus Topf 1 gilt das Team des Gastgebers. Daran, in Katars Truppe einen furchteinflößenden Super-Star zu finden, sind bislang alle Experten unisono gescheitert.
Hansi Flick reist gelassen an
Bundestrainer Flick reiste - trotz der drohenden Hammergruppe - gelassen wie er nun mal ist an den Persischen Golf. "Ich habe schon einige Auslosungen mitgemacht. Wir fahren dort hin, werden uns die Sache ansehen und schauen, was wir zugelost bekommen. Und dann werden wir uns auf die Aufgabe top vorbereiten", sagte Flick.
Das Trainingslager könnte kurz ausfallen
Wichtiger als die Gegner ist ihm angesichts der bis 13. November angesetzten Bundesligaspiele ohnehin fast der Termin der ersten Partie. Während Gruppe A und B bereits am 21. November loslegen, sind die Teams aus Gruppe G und H erst am 24. November gefordert. Sollte das DFB-Team in den letztgenannten Gruppen landen, wäre sogar noch ein kurzes Trainingslager möglich.
Ein denkbares Szenario: sieben Spiele in 25 Tagen
Klingt verlockend, hat allerdings einen Haken: Für die Teams der Gruppen H und G stünden im Fall des Finaleinzugs sieben Spiele innerhalb von 25 Tagen an - eine Belastung, die für Handballer, Eishockeyspieler oder Basketball-Profis normal ist, die im Fußball aber für vielstimmiges Geheul sorgen wird.
Keine lange WM
Nach 28 Tagen wird der Weltmeister gekrönt. Das Turnier ist damit vier Tage kürzer als die WM 2018 in Russland. Ein Team aus den Gruppen A und B hat auf dem Weg ins Finale drei Tage mehr frei als Mannschaften aus den Gruppen G und H. Freitagabend steht fest, an welchem Tag auf welchen Gegner treffen wird.
Am Samstag wird der Spielplan veröffentlicht
Der Spielplan mit allen Uhrzeiten und Spielorten soll erst am Samstag bekanntgegeben werden. Damit hält sich die Fifa die Option offen, die Partien nach der Relevanz für TV-Märkte zeitlich aufzuteilen. Diese Flexibilität ist möglich, da die maximale Distanz zwischen zwei Stadien 56 Kilometer beträgt.
Große Gala mit Wow-Effekt
Und Pelé? Ganz werden wir nicht auf ihn verzichten müssen. Die TV-Macher der Auslosungs-Gala haben schon mal einen Wow-Effekt mit ihm versprochen. Und dann noch Lothar Matthäus als Fee! Könnte eine WM aus 1001 Nacht werden.