Sieg auf Schalke: Bayern wieder an der Spitze

GELSENKIRCHEN - Der FC Bayern bleibt im Rennen um das erste Triple seiner Geschichte auf Kurs. Die Münchner gewannen am Samstag die Spitzenbegegnung beim FC Schalke 04 und sind wieder Tabellenführer.
Im mit Spannung erwarteten Spitzenspiel der Fußball-Bundesliga setzte sich der Rekordmeister vier Tage nach dem Sieg gegen Manchester United beim Liga-Rivalen mit 2:1 (2:1) durch und liegt damit fünf Runden vor Saisonschluss mit einem Punkt Vorsprung an der Tabellenspitze vor den Schalkern, die eine große Chance auf dem Weg zur ersten Meisterschaft seit 52 Jahren vergaben. Vor 61 673 Zuschauern erzielten Franck Ribery (25.) und Thomas Müller (26.) die Treffer für die Bayern; Kevin Kuranyi (31.) traf für Schalke. In der hitzigen Partie sah Münchens Hamit Altintop die Gelb-Rote Karte (41.). Auch Marcelo Bordon bei Schalke sah noch Gelb-Rot.
Die erste Überraschung wurde bereits vor der Partie bekannt: Arjen Robben, der vor zehn Tagen den Siegtreffer im Pokal-Duell auf Schalke erzielte, stand wegen seiner Wadenprobleme nicht im Kader. Damit wächst die Chance auf einen Einsatz des Holländers im Champions-League-Rückspiel bei Manchester United am 7. April. Für Robben lief Hamit Altintop auf, auch Bastian Schweinsteiger rückte wieder ins Team. In der Abwehr erhielt Martin Demichelis eine Pause, für ihn verteidigte Diego Contento auf der linken Seite. Allerdings kam der Argentinier schon nach 22 Minuten für den angeschlagenen Daniel van Buyten ins Spiel.
Auf dem zuletzt heftigst kritisierten Schalker Grün, das sich in einem etwas besseren, aber keineswegs guten Zustand präsentierte, erarbeiteten sich die Gäste wie schon im letzten Aufeinandertreffen von Beginn an ein leichtes Übergewicht. Sehr motiviert zeigte sich Altintop gegen seine ehemaligen Kameraden auf der rechten Seite. Auf die erste Torchance gegen die tief stehende Schalker Defensivreihe mussten die Bayern bis zur 14. Minute warten. Ein Distanzschuss von Kapitän Mark van Bommel verfehlte das Tor nur knapp.
Dann ging es bei den Münchnern plötzlich ganz schnell. Ribery nahm nach einer Flanke von Holger Badstuber einen Abpraller auf und erzielte die 1:0-Führung (25.) für den Rekordmeister, der nur eine Minute später sogar das 2:0 erzielte. Müller schloss einen feinen Angriff über Ivica Olic ab. Nach diesem Doppelschlag schienen die Gastgeber schon am Boden. Doch Torjäger Kuranyi traf noch vor der Pause per Kopf zum 1:2 (31.) - die Flanke von der linken Seite schlug Rafinha. Es war Kuranyis 18. Saisontreffer - die Nationalstürmer Miroslav Klose und Mario Gomez standen bei den Bayern nicht in der Startformation.
Plötzlich war die Partie wieder völlig offen, zumal Altintop innerhalb von nur sieben Minuten zweimal die Gelbe Karte erhielt und bereits in der 41. Minute vom Platz musste. Zuvor hatte Jefferson Farfan die Chance zum Ausgleich (36.).
Doch auch in Unterzahl blieben die Gäste bei ihren Vorstößen gefährlich. Bei Schalke übernahm Alexander Baumjohann für Joel Matip die zentrale Position, das Spiel der Gastgeber war danach offensiver ausgerichtet. Doch gegen die stabile Münchner Deckung gab es kaum Torgelegenheiten für die Königsblauen, die zwar mächtig auf den Ausgleich drückten, am Ende aber keine Mittel fanden.
Die Rückkehr an die Tabellenspitze ließ Hoeneß geradezu euphorisch werden: „Dass wir bestehen, zeigen wir Woche für Woche.“ Die viel zitierte Abteilung Attacke war nach dem dritten Big Point in zehn Tagen eher die Abteilung Eigenlob. Glaubt man Hoeneß, muss sich Manchester United für das Viertelfinal-Rückspiel in der Champions League am Mittwoch warm anziehen: „Immer, wenn es darauf ankommt, sind wir eine Klasse besser als die anderen. Wenn man eine Schlacht mit zehn Mann gewinnt, gibt das nochmal Luft.“
„Es ist unglaublich, was wir derzeit leisten“, sagte van Gaal nach dem „Tod oder Gladiolen“-Spiel noch ganz richtig, ehe seine kuriose Wortwahl für erhebliche Verwirrung sorgte: „Wir müssen schauen, wo wir den Tod finden.“ Van Gaal meinte, so wird vermutet, dass selbst die Bayern nicht ewig auf der Erfolgswelle schwimmen werden. Obwohl: „Der Geist ist wichtiger als der Körper.“