Nach Pleite gegen FC Bayern: Lampards Chelsea bekommt Realitäts-Check

Die höchste Europacup-Heimpleite der Klubgeschichte hat den FC Chelsea in seinen Grundfesten erschüttert und beweist: Der Weg zurück an Europas Spitze ist weit.
SID |
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War nach der Partie restlos bedient: Chelsea-Trainer Frank Lampard.
Sven Hoppe/dpa War nach der Partie restlos bedient: Chelsea-Trainer Frank Lampard.

London - Frank Lampard war nach dem brutalen "Augenöffner" für seinen FC Chelsea beim völlig missratenen "Realitäts-Check" gegen den FC Bayern restlos bedient. "Das war eine bittere Lektion", sagte der Teammanager nach der "armseligen Leistung" bei der höchsten Heimpleite in der glorreichen Europacup-Geschichte der Blues sichtlich angefasst: "Manchmal muss man brutal ehrlich sein: Sie haben uns in jeder Hinsicht deklassiert, das ist ganz schön ernüchternd."

Lampard spricht von "Realitäts-Check"

Das 0:3 (0:0) im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League gegen den deutschen Rekordmeister erschütterte die stolzen Londoner und ihren Coach bis ins Mark. Und es bewies dem letzten Träumer, dass der Weg zurück an Europas Spitze acht Jahre nach dem Triumph von München ebenso weit wie steinig ist.

Das ungleiche Duell habe den "himmelweiten Unterschied zwischen Lampards jungen Angebern und einem der wahren Riesen der Champions League" gezeigt, schrieb das Boulevardblatt "Sun", das Rückspiel am 18. März sei zur Mission Impossible geworden. Seine Mannschaft werde dort "mit Stolz" spielen, betonte Lampard, aber über eine mögliche Wiederholung jener magischen Nacht vom 19. Mai 2012 wollte auch er nicht sprechen.

"Das war ein Realitäts-Check", sagte Lampard mit tiefen Sorgenfalten auf der Stirn, "ein Augenöffner für uns". Er frage sich: "Wie schnell können wir wieder auf dieses Niveau kommen? Für jeden hier gilt: Es gibt viel zu tun!"

Nach Pleite: Britische Presse schonungslos

Zwar hat Chelsea unter seinem Vorgänger Maurizio Sarri noch in der vergangenen Saison zum zweiten Mal nach 2013 die Europa League gewonnen. Doch Europas 2. Liga sei "etwas ganz anderes" als die Königsklasse, betonte Lampard: "Die Spieler müssen lernen, was es bedeutet, auf diesem Niveau zu agieren. Ich bin enttäuscht darüber, dass wir nicht mehr Gegenwehr leisten konnten. Wir müssen das verdauen und daran arbeiten, wieder auf das Level zu kommen, auf dem wir sein wollen."

Von seiner Generalkritik an Antonio Rüdiger und Co. nahm Lampard nur Mittelfeldspieler Mateo Kovacic aus, und auch die Presse ging hart mit den "Blues" ins Gericht. Der "Guardian" schrieb von einer Demütigung, die "BBC" sah einen "trostlosen Abend", der "Mirror" einen "Schocker".

FC Chelsea mit enormen Personalsorgen

Zusätzlich erschwert wird die missliche Lage des Tabellenvierten der Premier League durch die personelle Situation. Marcos Alonso (Gelb-Rot) und Jorginho (Gelbsperre) werden in München fehlen, Schlüsselspieler N'Golo Kanté ist weiter angeschlagen, und Angreifer Tammy Abraham hat sich wohl erneut verletzt. Hoffnung? War in Lampards zerknirschter Miene keine erkennbar.

Lesen Sie auch: Doppelpack gegen Chelsea - Gnabry ist der König von London

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