Geht sicherlich noch besser: Selbstkritischer FC Bayern schaut schon nach Dortmund

Der FC Bayern feiert im ersten Spiel nach der Corona-Pause einen souveränen 2:0-Sieg bei Union Berlin. Trotzdem geben sich die Münchner selbstkritisch. Sie erwarten einen spannenden Meisterkampf.
Julian Huter |
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Thomas Müller im Spiel gegen Union Berlin.
picture alliance/Hannibal Hanschke/Reuters-Pool/dpa Thomas Müller im Spiel gegen Union Berlin.

München - Zwei Fans sahen den 2:0-Sieg der Bayern in Berlin dann doch - und das von einem eher ungewöhnlichen Ort aus. Zwei Männer kletterten auf einen der rund zwölf Meter hohen Bäume, die das Stadion umgeben und versuchten einen Blick zu erhaschen. Sollte ihnen dies gelungen sein, dann sahen die beiden Fans ein ungewöhnliches Spiel, bei dem der Rekordmeister als Sieger vom Platz ging.

Doch trotz des Auswärts-Dreiers zeigten sich die Bayern-Akteure selbstkritisch. Thomas Müller räumte zwar ein, dass der Rekordmeister seine Pflicht erfüllt hätte, spielerisch habe die Mannschaft aber noch Verbesserungsbedarf. "Gerade die ersten 25 Minuten haben wir zu viele lange Bälle gespielt. Wir haben keine festen Pässe in die Zwischenräume hinbekommen, um dann auch Tempo zu entwickeln", sagte Müller nach dem Spiel bei "Sky".

Müller: "Geht sicherlich noch besser"

Tatsächlich wirkte das Bayern-Spiel bisweilen etwas statisch, was aber auch an gut organisierten Berlinern lag. Mit dem verwandelten Elfmeter gewannen die Bayern dann an Dominanz. Doch auch hier merkte Müller an: "Mit dem Führungstor hatten wir dann ein bisschen mehr Sicherheit und vor der Halbzeit hätten wir eigentlich noch nachlegen müssen. Das Spiel war okay, aber das geht sicherlich noch besser."

Kapitän Manuel Neuer erklärte, man habe "das Spiel verdient gewonnen". Gleich darauf gab der Torwart aber auch zu: "Wir hätten uns spielerisch sicher von einer besseren Seite zeigen können." Für die Münchner reichen bloße Siege eben nicht, es geht auch darum den Gegner in jeder Phase klar zu dominieren und begeisternden Fußball zu spielen. Diesen Anspruch hat die Öffentlichkeit, diesen Anspruch hat das Team vor allem auch an sich selbst. Wobei etwas Rost auch dem Liga-Primus nach neun Wochen Pause nachzusehen ist.

Dortmund beeindruckt gegen Schalke

Und die Bayern wissen auch: Es wird noch ein enges Rennen um die Meisterschaft - besondere Umstände hin oder her. Dortmund unterstrich die eigenen Titelambitionen mit einem 4:0-Erfolg gegen den ungeliebten Revierrivalen Schalke eindrucksvoll. Beim BVB stimmte das Ergebnis und die Spielweise. Das dürften sie auch in München registriert haben. "Wir haben vier Punkte Vorsprung. Wir hattten neun Spiele zu gehen, acht davon müssen wir gewinnen. Dass das Spiel in Dortmund darüber entscheidet, wie spannend es am Ende wird, ist ganz klar," meinte Müller über das Topspiel am 28. Spieltag. 

Selbst RB Leipzig, das nach dem 1:1 gegen Freiburg auf Platz vier zurückgefallen ist, sehen die Münchner noch als ernsthaften Konkurrenten um die Meisterschale. "Gerade eine Mannschaft, die so stark ist wie Leipzig, darf man nicht abschreiben", erwiderte Neuer auf die Frage, ob es nun ein Zweikampf an der Spitze werde.

Bis zum Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt kommenden Samstag (18.30 Uhr/Sky und im AZ-Liveticker) dürften sich die Bayern aber weiter steigern. Die beiden Fans aus Berlin, müssen die Partie dann aber vor dem Fernseher verfolgen, an der Allianz Arena gibt es keine Bäume, von denen man das Spiel verfolgen kann.

Lesen Sie auch: Karl-Heinz Rummenigge geht von zeitnaher Neuer-Verlängerung aus

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