Gefährliche Parallelen zu 2010: Wie der FC Bayern trotzdem gegen Inter gewinnen will

Von Verletzungen geplagt ergibt sich der FC Bayern vor dem Königsklassen-Viertelfinale gegen Inter Mailand nicht dem Schicksal, sondern folgt Trainer Kompany: "Ich hab' keinen Bock auf Gejammer."
Patrick Strasser |
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Vincent Kompany will mit dem FC Bayern trotz angespannter Personalsituation gegen Inter Mailand gewinnen.
Vincent Kompany will mit dem FC Bayern trotz angespannter Personalsituation gegen Inter Mailand gewinnen. © IMAGO

München - Signore e signori, Damen und Herren! Vorhang auf, es steht an: Duell Nummer zehn und elf zwischen dem FC Bayern und Inter Mailand. Fünf Siege, drei Pleiten aus Sicht der Münchner – darunter das 0:2 im Champions-League-Finale 2010, als Inter-Stürmer Diego Milito Bayern-Torhüter Hans-Jörg Butt zwei Tore einschenkte.

Das Fehlen von Flügelstürmer Franck Ribéry, der im Halbfinale gegen Lyon Rot gesehen hatte, wog schwer. 15 Jahre ist es her, dass die Bayern-Familie sich schwor, für ihren Franck im Finale zu fighten.

FC Bayern München fehlen gegen Inter Mailand gleich sechs Leistungsträger 

Ging nicht auf, schuf jedoch einen Geist, der das Team über drei Jahre bis zum Triumph in der Königsklasse 2013 führte. Im Viertelfinal-Hinspiel am Dienstag (21 Uhr, Prime Video) fehlen den Bayern sechs Schlüsselspieler, darunter Kapitän und Torhüter Manuel Neuer sowie Mittelfeldspieler Aleksandar Pavlovic. Bei beiden besteht Hoffnung, dass sie kommende Woche im Giuseppe-Meazza-Stadion beim Rückspiel (16. April) wieder dabei sein können.

Pavlovic absolvierte am Montagnachmittag erstmals wieder nach seiner Erkrankung (Pfeiffersches Drüsenfieber) Teile des Mannschaftstrainings und könnte am Samstagabend gegen Borussia Dortmund wieder im Bayern-Kader sein. Neuers Rückkehr? Fraglich bis unwahrscheinlich.

Keine Hoffnung für die Inter-Duelle und eine Rückkehr-Perspektive bis zum Bundesliga-Saisonende Mitte Mai hat dagegen das Quartett um Jamal Musiala, Hiroki Ito, Dayot Upamecano und Alphonso Davies. Der Kanadier (Kreuzbandriss) fällt am längsten aus, der Japaner Ito nach erneutem Fußbruch mindestens bis zur kommenden Saison.

Jamal Musiala fehlt dem FC Bayern in den nächsten Wochen.
Jamal Musiala fehlt dem FC Bayern in den nächsten Wochen. © IMAGO

Laimer über Verletztensituation: "Wir suchen keine Ausreden"

Upamecano (freie Gelenkkörper im Knie) und Musiala (Muskelbündelriss) könnte es schaffen bis zum Finale dahoam am 31. Mai. Wenn es der FC Bayern schafft. Und dafür will der Rest der Mannschaft nun alles geben. Eine Mannschaft, ein Schwur. Vier Spiele bis zum Finale. Für Jamal, Hiroki, Phonzy & Dayot!

Innenverteidiger Dayot Upamecano (freie Gelenkkörper im Knie) könnte es schaffen bis zum Finale dahoam am 31. Mai (Archivbild).
Innenverteidiger Dayot Upamecano (freie Gelenkkörper im Knie) könnte es schaffen bis zum Finale dahoam am 31. Mai (Archivbild). © IMAGO

"Wir suchen keine Ausreden, müssen als Mannschaft noch enger zusammenrücken und das gemeinsam auffangen", sagte Konrad Laimer am Montagnachmittag an der Säbener Straße. Der Österreicher findet: "Wir haben immer noch genügend Qualität, um zu gewinnen, davon bin ich überzeugt." Laimer bleibt Rechtsverteidiger, Davies wird auf der linken Abwehrseite von Josip Stanisic ersetzt. Wäre eigentlich der Job von Ito gewesen. Für Upamecano verteidigt Eric Dier innen.

Kompany will Musiala-Ersatz nicht verraten

Und wer gibt den Musiala? Thomas Müller, dessen Vertrag nicht um ein Jahr, sondern wegen der Klub-WM nur um einen Monat bis Ende Juli verlängert wurde, auf seiner Abschiedstournee? Oder Leon Goretzka als vorgeschobener Zehner?

Das wollte Trainer Vincent Kompany vorab natürlich nicht verraten, er sagte lediglich: "Wir haben schon einige Male ohne Jamal gespielt. So ein Talent kannst du nicht eins zu eins ersetzen - keine Chance. Wir müssen das im Kollektiv lösen. Wir können Lösungen finden, auch kreative Lösungen, die wir zur Verfügung haben. Die Jungs, die anfangen gegen Inter, werden Bayern-München-Spieler und talentierte Spieler sein."

Hatte im Abschlusstraining vor dem Duell gegen Inter Mailand reichlich Spaß: Thomas Müller.
Hatte im Abschlusstraining vor dem Duell gegen Inter Mailand reichlich Spaß: Thomas Müller. © IMAGO

Kimmich: "Man rückt enger zusammen in so einer Situation"

Ganz generell machte Kompany einen auf Optimist, er sagte: "Ich hab' keinen Bock auf Gejammer. Ich will unsere Ziele nicht ändern, weil wir Verletzte haben. Meine Gedanken sind nur darauf gerichtet, was passieren kann, wenn wir unsere beste Leistung bringen."

Kein Bock auf Gejammer – es könnte das Motto à la Mia san Mia für diese Viertelfinal-Duelle sein. "Man rückt enger zusammen in so einer Situation", sagte auch Kapitän Joshua Kimmich. Und Torjäger Harry Kane betonte: "Mit der richtigen Einstellung und dem richtigen Fokus können wir jedem Team weh tun, da macht Inter keinen Unterschied."

Siehe das Achtelfinale: Ein 3:0 und 2:0 gegen Bayer Leverkusen, den amtierenden Double-Gewinner. Für DFB-Rekordnationalspieler Lothar Matthäus (63), der einst für beide Vereine spielte, ist es ein Duell auf Augenhöhe: "Die Entscheidung wird erst im Rückspiel im San Siro fallen."

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2 Kommentare
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  • meingottwalter am 08.04.2025 16:31 Uhr / Bewertung:

    Es werden immer noch lauter Nationalspieler auflaufen. Also hört auf zu jammern.

  • Südstern7 am 07.04.2025 22:19 Uhr / Bewertung:

    "Verletztensituation als Ausrede?"

    Ich lese immer Ausrede! Wenn der Vergaser meines Autos stottert und ich Probleme habe rechtzeitig meinen Termin wahrzunehmen, dann ist der Vergaser keine Ausrede sondern eine Erklärung. Denn der Fakt ist ja nicht von der Hand zu weisen.

    Sollte der FC Bayern ausscheiden, weil es spielerisch nicht gereicht hat, dann kann man dies ohne verlegen zu werden mit dem Fehlen der Stammspieler erklären, mit denen es vermutlich besser gelaufen wäre. Eine Garantie, dass man dann gewonnen hätte, will ich natürlich nicht damit ableiten. Nur, dass man dann besser mitgehalten hätte.

    Aber hätte, wenn und aber. Mir machen die Verletzten gegen Inter weniger Sorgen. Für 1 oder 2 Spiele kann man das alles kompensieren. Aber längerfristig, das beweisen die Statistiken, fallen Langzeitverletzte immer negativ ins Gewicht. 6 Wochen geht die Saison noch, das ist eine lange Zeit ...

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