FC Bayern bleibt das "Maß der Dinge": "Sind dafür da, diese Spiele zu gewinnen"

Der FC Bayern ist nach dem Sieg gegen den SC Freiburg der große Gewinner des 11. Spieltags.
von  SID, Thomas Niklaus
Trainer Julian Nagelsmann klatscht am Spielfeldrand.
Trainer Julian Nagelsmann klatscht am Spielfeldrand. © Sven Hoppe/dpa

München - Vor dem Topspiel gab es eine herzliche Umarmung und viele warme Worte, danach hätte die Stimmungslage bei Julian Nagelsmann und Christian Streich unterschiedlicher kaum sein können. Während ein gelöster Nagelsmann nach dem engen 2:1 (1:0) seines FC Bayern "sehr froh über einen wichtigen Sieg gegen einen direkten Konkurrenten" war, ärgerte sich sein geschätzter Kollege vom SC Freiburg über die verpasste Überraschung beim Rekordmeister - und über Fragen nach der Champions League.

Diese Fragen seien "vollständiger Blödsinn", sagte Streich mit finsterer Miene. Und überhaupt: "Wir haben verloren, darüber freue ich mich selten." Er sei mit der Leistung zwar "zufrieden. Mehr können wir nicht machen". Dennoch: "Ich hätte schon mal sehen wollen, wenn wir das Tor ein paar Minuten früher gemacht hätten."

Hat der SC aber nicht: So blieb es in einem abwechslungsreichen Gipfel auf Augenhöhe beim späten Treffer durch Janik Haberer (90.+3) - und für die Liga bei der Erkenntnis, dass die Bayern wohl auch in dieser Saison auf dem Weg zur zehnten Meisterschaft in Folge kaum zu stoppen sein werden.

Nagelsmann: "Meine Mannschaft hat alles reingeworfen, Kompliment!"

"Das war heute ein Topspiel. Wir sind dafür da, diese Spiele zu gewinnen. Das haben wir gemacht", sagte Leon Goretzka trocken. Der Nationalspieler hatte die Bayern in Führung gebracht (30.), Robert Lewandowski (75.) mit seinem bereits 13. Saisontor für die Entscheidung gesorgt.

Durch Dortmunds Niederlage in Leipzig baute der FC Bayern seine Tabellenführung auf vier Punkte aus. Entsprechend beschwingt ging auch Nagelsmann nach einem "tollen und emotionalen Bundesligaspiel gegen eine Freiburger Mannschaft, die uns viel abverlangt hat" in die Länderspielpause: "Meine Mannschaft hat alles reingeworfen, Kompliment!"

FC Bayern: Mit positivem Zwischenfazit in die Länderspielpause

Der 34-Jährige zog entsprechend nach knapp einem Drittel der Saison ein positives Zwischenfazit. Seine Stars um Kapitän Manuel Neuer, der den Bayern-Erfolg in der Schlussphase einmal mehr festgehalten hatte, seien "unheimlich charakterstark, aber auch sehr demütig".

Und dazu habe der FC Bayern einen Trainer, "der ein Naturtalent ist, eine außergewöhnliche Erscheinung. Das gibt es nicht oft, gerade in diesem Alter. Er wird die nächsten Jahrzehnte bestimmen", hatte Streich (56) schon vor dem Spiel bei Sky gesagt. Er habe solche Weltklassespieler nie trainiert, "die musst du dazu bringen zu verteidigen. Und das schafft Julian". Bayern, so Streich, sei für ihn schon immer "das Maß der Dinge" gewesen.

Das wird national wohl auch so bleiben. Zumal die Münchner einen Neuer im Tor haben. "Wenn man auf den Platz geht und er vorneweg geht, dann gibt das Vertrauen und Kraft. Er ist wie eine Maschine. Wenn er keine Fehler machen darf, macht er keine Fehler. Das ist einfach Weltklasse", lobte Goretzka seinen Kollegen.

Dazu kommt die Breite im Kader. Gegen Freiburg saßen etwa Serge Gnabry, Jamal Musiala oder Weltmeister Benjamin Pavard auf der Bank. Es gebe oft "keine Begründung", warum einer nicht spiele. "Das ist dann keine Entscheidung gegen einen Spieler, sondern für einen anderen", betonte Nagelsmann: "Das ist ein Luxusproblem."

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