Ein Schopf zum Streiten
Ist Schweinsteigers Frisur schlimm? Viele finden: Ja! Der Friseur hält dagegen.
MÜNCHEN Einzigartig, etwas ganz Spezielles und ein bisschen provokant sollte sie sein, die EM-Frisur von Bastian Schweinsteiger. Eben kein Style für einen Bänker oder Zahnarzt, wie Schweinsteigers Friseur Roby Weinzierl vom „Bash Club“ in der Sendlinger Straße gesagt hat. Sondern der perfekte Haarschnitt für einen Fußball-Star, für ein Teenie-Idol. „Glückssträhne“, so hat Weinzierl seine Kreation am berühmten blonden Bayern-Haupt genannt.
Schweinsteigers Pech: Deutsche Fans halten seine Frisur für die schlimmste im abgelaufenen Turnier.
Das jedenfalls hat eine repräsentative Umfrage ergeben, die vom „You Gove Panel“ des Marktforschungsinstituts Psychonomics aus Köln durchgeführt wurde. Befragt wurden 1000 Deutsche im Alter zwischen 18 und 65 Jahren ohne Antwortvorgabe, 52 Prozent Männer, 48 Prozent Frauen. Das Ergebnis: 36 Prozent der Befragten finden Schweinsteigers Frisur am schlimmsten. Auf Platz zwei landet die Mähne vom Bremer Langhaar-Kicker Torsten Frings (25 Prozent).
Ein Resultat, das den Verursacher aber nicht erschüttert. Friseur Roby Weinzierl sagt, es ohnehin nicht das Ziel gewesen, dass der Schweinsteiger-Schopf allen gefalle. Auf den Style komme es an. Und überhaupt, findet Weinzierl, „ist mir das Denken vieler Leute viel zu provinziell.“
Außerdem sei die Zielgruppe nicht repräsentativ für seine Ansprüche: „60-Jährige können das doch gar nicht beurteilen, die hätten die Zehn- bis 18-Jährigen fragen müssen.“ In dieser Altersgruppe sei die Frisur nämlich ein Renner. „Erst letzte Woche haben wir noch zwölf Jungs gefärbt“, sagt Weinzierl, „das waren aber Schüler und Studenten. Wenn man im Berufsleben ist, geht das ja nicht. Sonst kommt man morgens ins Büro und der Chef fragt, was der Friseur von Beruf sei.“
Es spreche für sich, wenn über Schweinsteigers Frisur diskutiert wird, findet Weinzierl: „Sie sollte provokant sein, und das ist sie offenbar auch.“ Noch einmal will er den Bayern-Star aber nicht so einfärben. Nicht wegen der Kritik, sondern um der Originalität willen. Der Coiffeur: „Ich würde es nie wieder so machen. Zu jedem besonderen Event gehört nämlich eine besondere Frisur.“
Die Umfrage hat in anderen Bereichen gleichfalls diskutable Ergebnisse geliefert. Bei der Frage nach dem attraktivsten EM-Spieler votierten 34 Prozent für Michael Ballack. Dahinter: Lukas Podolski (24 Prozent) und Jens Lehmann (19 Prozent). In Sachen Sympathie erhielt Philipp Lahm (23 Prozent) die besten Werte – vor Podolski (19 Prozent).
Und wer war der beste Trainer der EM? Hier liegt Jogi Löw (45 Prozent) vorn, vor Hollands Marco van Basten (23 Prozent). Das deutsche Trikot erachten 38 Prozent als das schönste. Und 35 Prozent der Befragten sind der Meinung, die deutschen Spielerfrauen seien die hübschesten in Europa.
thk