Wheeler checkt, fliegt und verliert
Der EHC unterliegt in Düsseldorf mit 2:3 nach Penaltyschießen. Das Debüt des NHL-Stars endet früh mit einer Spieldauerstrafe
DÜSSELDORF Schlimmer hätte Blake Wheelers Einstand wohl kaum ablaufen können, als bei der 2:3-Niederlage nach Penaltyschießen des EHC in Düsseldorf. Der 26-jährige NHL-Profi, der mit der Nummer 27 auflief, kam als Retter zum EHC, als echter Superstar, der die Mannschaft aus dem Tabellenkeller wieder nach oben führen sollte.
Wheelers Debüt aber dauerte nur neun Minuten und 26 Sekunden. Dann schickten ihn die Schiedsrichter zurück in die Kabine, der erste Arbeitstag des Amerikaners war abrupt zu Ende gegangen.
Der Grund: Wheeler soll Gegenspieler Drew Paris mit dem Knie voran einen Check verpasst haben. Der DEG-Stürmer kam nicht mehr zurück aufs Eis, zog sich eine Innenbanddehnung zu – der Auftakt von Wheelers EHC-Zeit war verpatzt. Da schmerzt es dem Verein natürlich besonders, dass sich zudem Viktor Ekbom verletzte – er musste in der Verlängerung mit einem Nasenbeinbruch vom Eis getragen werden.
Wheelers Problem haben viele Spieler aus den USA, die neu nach Europa kommen: Es wird kleinlicher gepfiffen – eine Umstellung die auch Wheeler erst vollziehen muss. Immerhin: Gesperrt wurde der NHL-Star, der nur für den EHC spielen kann weil sich in Amerika die Spielergewerkschaft NHLPA und die Klubeigner um einen neuen Tarifvertrag streiten, nur für den Rest der Partie in Düsseldorf.
Auswirkungen auf das Sonntags-Spiel in Iserlohn hat die Strafe keine, erst nach der dritten Spieldauerstrafe wird in der DEL ein Spieler auch für folgende Spiele gesperrt. Manager Christian Winkler sagte vor der Verpflichtung von Wheeler: „Wir holen nur einen NHL-Spieler, wenn er uns wirklich weiterhilft und perfekt in die Mannschaft passt.” Ein Satz der neun Minuten lang korrekt war, doch dann paradox klang.
Dass Wheeler der Mannschaft helfen kann bewies er immerhin in den ersten Minuten als er starke Pässe spielte, auf seine neuen Kollegen Martin Buchwieser und Martin Hinterstocker in der ersten Sturmreihe. Und auch neben dem Eis begann Wheelers Deutschland-Besuch blenden”. Im AZ-Interview sagte er: „Die Freundlichkeit, mit der mich die Deutschen von der ersten Sekunde an empfangen haben, ist beeindruckend.”
Mit der Mannschaft lief alles glatt: Uli Maurer erzählte von der ersten Begegnung – auf der Playstation. „Bei meinem NHL-Spiel spielt er nur in der dritten Sturmreihe, da gibt es bessere”, lacht Maurer. Aber auch nur, weil Maurer betrügt: „Ich muss zugeben, dass ich mich selber erstellt habe und in der ersten Reihe spiele.” Und der Garmischer verriet, dass der Neue im EHC–Trikot eine Siegprämie von 50 Euro für die Mannschaftausloben musste.
Ein Betrag den Wheeler verschmerzen wird: Er würde in diesem Jahr 2,65 Millionen Dollar in der NHL verdienen.
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- Christian Winkler