„Diese Generation zerstört das Reiten“

Lars Nieberg, 45, holte 1996 und 2000 Olympia-Gold mit der deutschen Springermannschaft. Für Peking qualifizierte er sich nicht. Der Doppel-Olympiasieger spricht über den Dopingfall Ahlmann: „Ich bin richtig wütend!“
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Fürchtet um seinen Sport: Olympiasieger Nieberg.
Bongarts/Getty Images Fürchtet um seinen Sport: Olympiasieger Nieberg.

Lars Nieberg, 45, holte 1996 und 2000 Olympia-Gold mit der deutschen Springermannschaft. Für Peking qualifizierte er sich nicht. Der Doppel-Olympiasieger spricht über den Dopingfall Ahlmann: „Ich bin richtig wütend!“

AZ: Herr Nieberg, Sie sind Doppelolympiasieger im Springreiten. Wie tief sitzt bei Ihnen der Schock, dass Christian Ahlmann von Olympia ausgeschlossen wurde, weil sein Pferd gedopt war?

LARS NIEBERG: Sehr tief. Denn ich fürchte, dass unser Sport darunter sehr leiden wird. Es wird jetzt sicher viele schmerhafte Diskussionen geben – speziell weil es ja schon 2004 den Fall mit Ludger Beerbaum gab. Und ich denke, die sind jetzt auch sehr wichtig. Ich kann nur sagen, ich finde, das ist eine echte Katastrophe. ich bin wirklich platt, dass es passiert ist.

Es gibt ja gleich vier Dopingfälle in Hongkong. Ist der Reitsport ähnlich durchseucht wie der Radsport?

Ich weiß, dass es immer mal ein paar gibt, die was versuchen. Ich hatte auch gehört, dass etwas auf dem Markt sei, aber ich hätte nie gedacht, dass man so etwas dann ausgerechnet bei Olympia versucht. Ich bin richtig wütend, denn das kann jetzt ganz viel kaputt machen.

Nicht nur jetzt bei Olympia, sondern auf lange, lange Zeit.

Ja. Ich selber mache es nur noch ein paar Jahre, ich werde da noch durchkommen, aber ich habe zwei Kinder, die diesen Sport möglicherweise ausüben wollen. Wenn unsere Generation das Reiten durch so etwas kaputt macht und dann die nachfolgenden Generationen unter unserer Taten leiden müssen, bin ich sehr verärgert. Das hier war total überflüssig. Der Reitsport kommt in ein Licht, ein Zwielicht, wo man nicht hin will. So kann man einfach nicht mit dem Sport und auch nicht mit den Tieren umgehen.

Interview: Matthias Kerber

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