Ralf Moeller schimpft über deutsches Impf-Chaos: "In Amerika funktioniert alles besser"

Vor fast 30 Jahren ist Schauspieler Ralf Moeller von Recklinghausen in die USA ausgewandert. Wegen der Pandemie ist er zurück nach Deutschland gezogen, um sich um seine Eltern zu kümmern. Zufrieden mit der Situation vor Ort ist er allerdings überhaupt nicht.
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Schauspieler Ralf Moeller kümmert sich während der Pandemie um seine beiden Eltern. Er findet: "Es ist beschämend, was den alten Leuten zugemutet wird."
Schauspieler Ralf Moeller kümmert sich während der Pandemie um seine beiden Eltern. Er findet: "Es ist beschämend, was den alten Leuten zugemutet wird." © imago images / Mandoga Media

Lange Schlangen vor den Impfzentren, fehlender Impfstoff und Registrierung im Internet: Über diese Sachen kann sich Schauspieler und ehemaliger Mr. Universum Ralf Moeller ("Gladiator", "The Tourist") nur wundern.

Impfen bei Walmart: Corona-Impfung deutlich zugänglicher als in Deutschland

"In Amerika funktioniert das alles besser", erklärt der 62-Jährige in einem Interview mit "t-online". "Da fahren die Leute zum Walmart, um sich impfen zu lassen. Die müssen nicht einmal aus dem Auto aussteigen, wie mein Kumpel Arnold. Der hat den Arm rausgehalten, dann kam einer mit der Spritze und dann war der nächste dran." In Deutschland sei das dagegen deutlich schwieriger. Moeller ist das Impf-Chaos in Deutschland momentan ein besonderer Dorn im Auge. Vor einigen Monaten reiste er aus seiner Wahlheimat Amerika nach Deutschland, um sich hier um seine beiden Eltern zu kümmern.

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Sie hätten für ihn immer alles gemacht, da wolle er nun ein Stück zurückgeben und ihnen das Leben so angenehm wie möglich gestalten. Eigentlich sollten Moellers Eltern mit 92 Jahren und 85 Jahren relativ weit vorne auf der Liste für eine Impfdosis sein. Noch warten die beiden aber auf einen ersten Termin für die ersehnte Corona-Impfung. Über die digitale Registrierung der Eltern im Internet kann der Schauspieler nur den Kopf schütteln. Das sei einfach weit weg von der Realität.

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Ralf Moeller über das deutsche Impf-Chaos: "Es ist beschämend"

"Was da gerade stattfindet, ist ein großes Chaos, ein Desaster. Es ist beschämend, was den alten Leuten zugemutet wird", kritisiert Moeller die deutsche Regierung und deren Organisation der Krise. "Ich frage mich, was die da oben den ganzen Tag machen", erklärt er gegenüber "t-online". Gerade im direkten Vergleich mit den USA schneide Deutschland, laut Moeller, besonders schlecht ab. Der Eindruck ist nicht falsch: Während in Deutschland gerade mal knapp über fünf Prozent der Bevölkerung ihre erste Impfdosis bekommen habe, sind es in der USA schon über 15 Prozent. Viele seiner Freunde in den Staaten wären verwundert, warum das Organisationsland Deutschland in Sachen Corona-Impfung so schlecht da stehe, so Moeller im Interview.

Auch der lange harte Lockdown ist in Moellers Augen nicht mehr der richtige Weg. Lieber sollen Kulturinstitutionen oder Restaurants mit Personenbeschränkungen öffnen. Dass Deutschland bis zum Ende des Jahres mit dem Impfen fertig ist, glaubt der ausgewanderten Schauspieler nicht. "Man sieht es ja daran, wie lange es mit den alten Leuten schon dauert." Bis dahin sollten jedoch zumindest seine Eltern die Möglichkeit für eine Impfung bekommen haben. 

 

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9 Kommentare
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  • Sarah-Muc am 04.03.2021 10:43 Uhr / Bewertung:

    Also in Amerika ist mit Sicherheit sehr vieles wesentlich schlechter als hier. Ich sag nur Krankenkassen oder Kleinkinder (4 Jahre!!!) in Textas am Schiesstand , klar mit scharfen Waffen.
    Zur Pandemie und derdeutsche Regierung kann ich nur den Spiegel zitieren:kapitulieren an der Infektionsdynamik, dem öffentlichen und dem eigenen Versagen. Ausserdem ist D zu träge, zu bürokratisch und von Kreativität hat in Berlin noch niemand was gehört!!!
    Ich bin entsetzt über das, was gestern wieder mal "entschieden" wurde. Alles völlig "verschlumpft".
    Diese Regierung müsste eigentlich komplett zurücktreten wegen völliger Unfähigkeit!

  • Radlrambo am 04.03.2021 09:10 Uhr / Bewertung:

    Ein Gesundheitsminister, der einen "Arbeitskreis" zwischen sieben (7!) Ministerien gründet, um über Cent-Beträge der Schnelltests zu feilschen; eine SPD-Spitze, die nichts anderes auf der Agenda hat, als Thierse aus der Partei zu schmeißen wegen Kritik an der ach so wichtigen Gendersprache; Gesundheitsämter, die vor kurzem noch mit Fax kommunizieren, usw. Die Frage sei erlaubt: Leben wir im Taka-Tuka-Land?

  • Peterauslaim am 04.03.2021 08:53 Uhr / Bewertung:

    Ich frage mich warum Möller immer wieder in „good old Germany“ ist. Wenn überm Atlantik alles besser ist, soll er halt drüben bleiben.

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