Mobbing-Folge von Promis unter Palmen hätte nicht ausgestrahlt werden dürfen

Provokation, heftige Beleidigungen und Tränen - die fünften Episode der Trash-Show "Promis unter Palmen" hatte es in sich. Die Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen (FSF) hat die Skandal-Folge nach der Ausstrahlung noch einmal genauer begutachtet.
Sat.1 verteidigt Mobbing-Folge von "Promis unter Palmen"
Darin war zu sehen, wie Unternehmerin Claudia Obert von ihren Mitstreitern Bastian Yotta, Carina Spack und Matthias Mangiapane derart gemobbt wurde, dass sie weinend die Sendung verließ. Für viele Zuschauer war das zu hart. Sat.1 allerdings verteidigt das umstrittene Format. "Ist man mit 'Promis unter Palmen' bis an die Grenzen gegangen? Ja. Geht das Format zu weit? Nein", erklärt Wolfgang Link, Vorstand Entertainment bei ProSiebenSat.1, im Interview mit "DWDL".
Allerdings sieht das die FSF etwas anders. In einer nachträglichen Prüfung kam ein Ausschuss zu dem Urteil, dass die Episode so nicht zur Primetime hätte gezeigt werden dürfen. "Besonders problematisch hat unser Ausschuss beurteilt, dass die Mobbingattacke letztlich erfolgreich ist", sagt FSF-Geschäftsführerin Claudia Mikat am Donnerstag gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).
Skandal-Episode darf erst ab 22 Uhr gesendet werden
Sat.1 hatte die Mobbing-Folge aufgrund des Prüfverfahrens bereits aus der Mediathek entfernt. Sollte eine weitere Ausstrahlung im TV geplant sein, dürfe die Episode erst ab 22 Uhr gezeigt werden. "16-Jährige haben gefestigtere eigene Wertvorstellungen und eine ausgeprägtere Medienkompetenz – sie sind klarer in ihrem Urteil, erkennen eher, dass die Mobber bei ihrem Tun nicht gut aussehen", begründet Mikat ihre Einschätzung.
Gegen diese Entscheidung hat der Sender Berufung eingelegt. Bis auf Weiteres wird die Skandal-Folge in der Mediathek von Sat.1 nicht zu sehen sein. Eine Fortsetzung des Formats wurde allerdings bereits angekündigt.