Früherer König Juan Carlos I. verlässt Spanien
Der in einen Skandal um angebliche Schmiergeldzahlungen verwickelte frühere spanische König Juan Carlos I. (82) verlässt das Land. Das teilte der 82-Jährige seinem Sohn König Felipe VI. (52) in einem Brief mit, der auf der Webseite des spanischen Königshauses veröffentlicht wurde. Wo Juan Carlos zukünftig leben wird, ist unklar.
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Hintergrund der Entscheidung seien "die öffentlichen Auswirkungen, die gewisse vergangene Ereignisse aus meinem Privatleben derzeit verursachen", schreibt Juan Carlos. Damit wolle er seinem Sohn die Ausübung seines Amtes erleichtern. "Es ist eine Entscheidung, die ich mit tiefen Gefühlen, aber mit großer Ruhe treffe", so Juan Carlos weiter.
Wie die spanische Tageszeitung "El Mundo" berichtet, soll der emeritierte König bereits das Land verlassen haben.
Das wird ihm vorgeworfen
Juan Carlos wird vorgeworfen, Konten in der Schweiz zu betreiben beziehungsweise betrieben zu haben, die mit Schmiergeld-Zahlungen in Millionenhöhe in Verbindung gebracht werden. Unter anderem steht eine mysteriöse Zahlung des saudischen Königs in Höhe von 100 Millionen Euro auf dem Prüfstand. Damals verhandelte ein spanisches Konsortium mit Saudi-Arabien über den Bau einer Schnellbahnstrecke und erhielt später auch den Zuschlag.
Die britische Zeitung "The Telegraph" enthüllte darüber hinaus, dass auch Felipe selbst möglicherweise in diese Zahlungen verwickelt gewesen sein könnte, zumindest taucht er in Unterlagen als zweiter Begünstigter auf. Das Königshaus hatte sich davon allerdings deutlich distanziert. König Felipe VI. habe davon nie Kenntnis gehabt. Man sei an einem integren, ehrlichen und transparenten Verhalten interessiert, nur so könne man eine moralische Autorität ausüben.
König Felipe folgte seinem Vater, König Juan Carlos, im Jahr 2014 auf den Thron.
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